Kategorie: Adidas AG

Adidas sozialisiert die Kosten der Krise und privatisiert die Gewinne

Gemeinsame Pressemitteilung der Christlichen Initiative Romero (CIR) und des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre (11. Mai 2021)

Köln/Münster – Adidas soll auf die Auszahlung von Dividenden aus dem Krisenjahr 2020 verzichten. Das fordert der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre gemeinsam mit der Christlichen Initiative Romero (CIR) auf der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch, 12. Mai 2021. Grund: Der Bilanzgewinn wurde unter anderem durch staatliche Corona-Hilfen und auf Kosten der Arbeiter*innen – auch im globalen Süden – erzielt.

Obwohl Adidas massiv von Staatshilfen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie profitiert hat, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, eine höhere Dividende auszuschütten als in den Jahren 1999-2017. Weiterlesen

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Dividende trotz Kurzarbeit und Arbeitsbedingungen in den Lieferketten: Unsere Fragen an Adidas

Fragen zur Dividende und Verwendung des Bilanzgewinns

  • Sie haben letztes Jahr Kurzarbeit in Anspruch genommen, wollen nun aber eine höhere Dividende ausschütten als jeweils in den Jahren 1999-2017. Haben Sie bei Ihrer Dividendenpolitik die aktuelle Situation beim Kurzarbeitergeld beachtet, dass dies zurzeit de facto steuerfinanziert und von daher mehr eine staatliche Hilfe in der Corona-Krise denn Versicherungsleistung ist?
  • In welcher Höhe wurden Kosten durch den Einsatz von Kurzarbeit 2020 eingespart?
  • In welcher Höhe haben Sie im Rahmen der Kurzarbeit Arbeitgeber-Sozialversicherungsbeiträge erstattet bekommen?

Fragen zu menschenrechtlicher Sorgfalt und Lieferketten

  • Können Sie bereits sicherstellen, dass Adidas die bereits grob absehbaren Anforderungen des geplanten Lieferkettengesetzes an ein Risikomanagement zur Identifizierung und proaktiven Reduzierung von Menschenrechtsrisiken in den eigenen Lieferketten erfüllt?
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Kosten der Corona-Krise sozialisiert, Gewinne privatisiert: Unsere Gegenanträge

Zu TOP 2: Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, die von der Verwaltung vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns abzulehnen.

Begründung:

Obwohl Adidas massiv von Staatshilfen zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie profitiert hat, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, eine höhere Dividende auszuschütten als in den Jahren 1999-2017.

Zwar hat Adidas die 500 Millionen Euro Überbrückungskredit der staatlichen KfW-Bank zurückgezahlt, doch problematisch ist die in 2020 in Anspruch genommene Kurzarbeit. So tragen vor allem die Beschäftigten von Adidas und die Gesellschaft auch maßgeblich dazu bei, dass überhaupt eine Dividende gezahlt werden kann. Denn: Das Kurzarbeitergeld ist seit 2020 de facto steuerfinanziert und so als eine weitere staatliche Unternehmenshilfe in der Corona-Krise anzusehen. Weiterlesen

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Gegenantrag

Der Vorstand der Adidas AG kommt nicht hinreichend seiner Verantwortung nach, wirksamere Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen und für die Einhaltung sozialer Standards in den eigenen Lieferketten zu sorgen.

Reputationsschaden durch zunächst ausgesetzte Mietzahlungen

Der Vorstand ist verantwortlich für einen massiven Reputationsschaden und Verlust des gesellschaftlichen Ansehens des Konzerns. Zu Beginn der Corona-Krise entschied Adidas, die Stundung für April-Mieten 2020 zu verlangen, und gleichzeitig keine Änderung an der zuvor geplanten Dividende vorzunehmen.
Dies war eine wenig verantwortungsvolle, unsensible und schon kurzfristig ineffektive Reaktion auf die Krise, zu deren Bewältigung zuerst eigene Mittel genutzt werden sollten. Es wirft ein fragwürdiges Bild auf die Führungsfähigkeiten des Vorstands, wenn dieser nicht erkennen kann, wann das Auslagern von Risiken und Verlusten den Schaden für das Unternehmen sogar noch vergrößern kann. Weiterlesen

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Klimaschutz, soziale Standards in Lieferketten und China Cables: Unsere Fragen an den Vorstand

Fragen zum Thema Klimaschutz:

Die Adidas AG muss viel mehr dafür tun, damit das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht werden kann. Nur diese Begrenzung würde die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich mindern, die von zukünftigen Generationen und vor allem von den Menschen und Ökosystemen im Globalen Süden er- und getragen werden müssen.
Wenn alle Konzerne bis 2050 eine Klimabilanz wie Adidas hätten, würde sich das Klima um ganze 3,4 Grad Celsius erwärmen. Das zeigt ein Bericht des Beratungsunternehmens Right von Ende 2019: https://www.right-basedonscience.de/

  • Wird der Vorstand Klimaziele und Maßnahmen verfolgen, die dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens gerecht werden?
  • Wie stellen Sie in Zukunft sicher, dass Ihre Unternehmensentscheidungen mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar sind?
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„Keine faire Entlohnung in Ihrer Wertschöpfungskette“: Rede von Sabine Ferenschild

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat von Adidas,

mein Name ist Sabine Ferenschild, ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin des SÜDWIND-Instituts in Bonn. SÜDWIND gehört zur Kampagne für Saubere Kleidung, die international Clean Clothes Campaign heißt und mehr als 300 entwicklungspolitische, gewerkschaftliche und kirchliche Organisation vereint. Wir setzen uns gemeinsam für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungsindustrie ein. Gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen sind wir auch Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien, das im Jahr 2014 von Bundesminister Müller initiiert wurde. Die Adidas AG ist dort auch Mitglied.

Ich spreche hier mit Autorisierung des Dachverbandes der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre zu den Punkten 3 und 4 der Tagesordnung: Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat der Adidas AG. Weiterlesen

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Keine Entlastung für Vorstand und Aufsichtsrat der adidas AG wegen fehlenden Engagements für existenzsichernde Löhne

SÜDWIND und die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) sehen selbstgesteckte Ziele der adidas AG bezüglich existenzsichernder Löhne verfehlt und werden daher Vorstand und Aufsichtsrat bei der diesjährigen Hauptversammlung, am morgigen 09. Mai in Fürth, nicht entlasten.

„Da die adidas AG seit vielen Jahren ihre selbst gesteckten Ziele, den Beschäftigten in der adidas-Wertschöpfungskette eine faire Entlohnung zu zahlen, verfehlt, kann ich Vorstand und Aufsichtsrat nicht meine Stimme zur Entlastung geben,“ so Dr. Sabine Ferenschild, wissenschaftliche Mitarbeiterin des SÜDWIND-Instituts und Vertreterin SÜDWINDs in der CCC, einen Tag vor der Jahreshauptversammlung. SÜDWIND, die Kampagne für Saubere Kleidung und die adidas AG sind Mitglieder im Bündnis für nachhaltige Textilien, das sich die Zahlung existenzsichernder Löhne in den Wertschöpfungsketten der Mitgliedsunternehmen zum Ziel gesetzt hat. Weiterlesen

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Gegenantrag

Zu Tagesordnungspunkt 3: Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern.

Begründung:

Der Vorstand der Adidas AG kommt nicht hinreichend seiner Verantwortung nach, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einzuhalten. Die bisherigen Maßnahmen seitens der Adidas AG reichen nicht aus, um menschenwürdige Löhne zu schaffen.

Keine faire Entlohnung in der Wertschöpfungskette

Die Verfehlung der von der Adidas AG selbst gesteckten Ziele, den Beschäftigten in der adidas-Wertschöpfungskette eine faire Entlohnung zu zahlen, wird an den Beispielländern Kambodscha und Indonesien deutlich.

Beispiel Kambodscha

Aus Kambodscha stammen fast 25 Prozent der Bekleidung, die Adidas herstellen lässt. Weiterlesen

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