Kategorie: BASF SE

Soziale Verantwortlichkeit? BASF verliert seine Glaubwürdigkeit vollends

Zur BASF-Hauptversammlung im fünften Jahr nach dem Massaker von Marikana in Südafrika

Heute fand die BASF-Hauptversammlung im Rosengarten statt. Wie schon 2015 und 2016 war es eine Delegation aus Südafrika, die für angespannte und beklemmende Atmosphäre sorgte. Die Delegation, die von den Nachwirkungen des Massakers von Marikana berichtete, bestand aus Bischof Jo Seoka und Joseph Mathunjwa, dem Präsidenten der AMCU, der größten Gewerkschaft im Platinum Belt in Südafrika. Darüber hinaus war ein südafrikanischer Minenarbeiter, Mzoxolo Magidwana , der beim Massaker von Marikana schwer verletzt wurde, Teil der Delegation. Es war sein Bericht, der das Publikum nachhaltig erschütterte:

„Weiterhin lebt die Mehrheit der Lonmin-Arbeiter und Arbeiterinnen in mit Ratten verseuchten Wellblechhütten-Slums. Weiterlesen

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Gegenanträge

Gegenantrag zu TOP 2, Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, statt der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen Ausschüttung einer Dividende von 2.755.436.082,00 Euro an die Aktionäre nur 2.755.411.082 Euro an sie auszuschütten. 25 Millionen Euro sollen in einen von der BASF SE einzurichtenden Fonds zur Entschädigung der Verwundeten des Massakers von Marikana und der Witwen und Hinterbliebenen der getöteten Bergarbeiter eingezahlt werden.

Inhaltlich begründen wir dies mit den Ausführungen im Gegenantrag zu TOP 4 (Teil 1 der Begründung).

Wir bitten die Aktionärinnen und Aktionäre, ihrer ethischen Verantwortung zu folgen und für diese Verringerung ihrer Dividende von 3 Euro pro Aktie auf 2,99997278 Euro pro Aktie zu stimmen. Weiterlesen

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Rede von Maren Grimm und Jakob Krameritsch

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben Bischof Seoka gehört, wir haben die Witwen der beim Massaker von Marikana erschossenen Minenarbeiter gehört: Weiterhin leben die ArbeiterInnen, die für BASF das weltweit wertvollste Metall aus dem Boden holen, unter unmenschlichen Bedingungen, in Wellblechhüttenslums ohne fließend Wasser, Strom und Kanalisation. Das ist nichts weniger als beschämend.

Die Witwen haben weiterhin, 3,5 Jahre nach dem ihre Ehemänner erschossen worden sind, keine adäquaten Reparationen erhalten. Ntombizolile Mosebetsane muss die Büros der des Lonmin-­Management putzen, also des Managements, dass bewiesenermaßen Mitschuld trägt am Mord an ihrem Mann. Agnes Makopane Thelejane bekommt von ihrem Platinhauptlieferanten nichts – der Betrieb mit dem sie seit 30 Jahren in einer vertrauensvollen Beziehung steht, hat ihr ins Gesicht gesagt, dass es reichen müssen, dass sie ihr das Begräbnis bezahlt haben, weil ihr Mann bloß Vertragsbediensteter war. Weiterlesen

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Reden von Marikana Ntombizolile Mosebetsane und Agnes Makopano Thelejane

Ntombizolile Mosebetsane und Agnes Makopano Thelejane stellen sich selbst vor.

Wir sind hier um Ihnen von den Familien zu berichten, deren Angehörige (und Ernährer) beim Massaker von Marikana getötet wurden.

Wir werden Ihnen vom Versagen ihres Platin-­‐Langzeit-­‐Lieferanten aus Südafrika, Lonmin, berichten; von seinem Versagen uns nachdem Massaker zu unterstützen. Um es deutlich zu sagen: Unsere Situation hat sich seit dem Massaker kontinuierlich verschlechtert.

In ihrem kürzlich veröffentlichten Statement sagen Sie – Zitat – dass „weder kritische Feststellungen bei der Unternehmensführung, bei Menschenrechten oder Arbeitsbedingungen von Lonmin gemacht, noch irgendwelche anderen Verstöße festgestellt wurden“, (Zitat Ende) die zu beanstanden wären.

In Lonmin Eigendarstellung heißt es: -­‐ ich zitiere – „unmittelbar nach dem Massaker galt unsere Hauptsorge den Familien unserer Angestellten, die gestorben sind. Weiterlesen

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Rede von Bischof Johannes Seoka

Sehr geehrter Vorstand, sehr geehrte Vorstandsmitglieder, sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren: herzliche Grüße von den MinenarbeiterInnen des Platinum Belt in Südafrika!

Ein Jahr ist vergangen, seit ich bei dieser Aktionärsversammlung das Wort ergreifen durfte. Seitdem haben sich meine Fortschritte in der deutschen Sprache leider in sehr engen Grenzen gehalten. Deswegen möchte ich Sie nur kurz auf Englisch ansprechen, bevor ich umgehend an meinen Übersetzer übergebe.

Ich bin erneut hier, um Ihnen von den Entwicklungen im Nachfeld des Massakers von Marikana am 16. August 2012 zu berichten, mit denen Sie, die BASF, als größter Abnehmer des Platins aus Südafrika von Ihrem Zulieferer LONMIN, in Verbindung stehen. Weiterlesen

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Rede Markus Dufner

Sehr geehrter Vorstände, sehr geehrte Aufsichtsräte, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre der BASF!

Ich heiße Markus Dufner und bin Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Mit unseren 26 Mitgliedsorganisationen und zahlreichen Kooperationspartnern setzen wir uns für Frieden, Umweltschutz und Menschenrechte ein – seit nunmehr 30 Jahren. Das wir mit unseren Forderungen und Fragestellungen richtig liegen, finden auch immer mehr Kleinaktionäre. Zur heutigen Hauptversammlung der BASF haben sie uns ihre Stimmrechte für 180.000 Aktien übertragen.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir alle sind daran gewöhnt, dass Rohstoffe frei verfügbar und billig sind: Kohle aus Kolumbien, Kupfer aus Peru, Wolfram und Tantal aus dem Kongo. Weiterlesen

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Gegenanträge

Gegenantrag zu TOP 2, Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, die von Vorstand und Aufsichtsrat des BASF SE vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns zu ändern.

Begründung:

Während Vorstand und Aufsichtsrat vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2015 der BASF SE in Höhe von 2.663.588.212,60 € eine Dividende von 2,90 € je gewinnbezugsberechtigte Aktie auszuschütten, verlangt der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, vom Bilanzgewinn 8 Millionen Euro für Rückstellungen abzuziehen und die Dividende entsprechend zu kürzen.

Die Rückstellungen sind notwendig, um Zahlungen in einen Entschädigungsfonds für die Hinterbliebenen des Massakers von Marikana zu leisten. Weiterlesen

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BASF-Vorstand weicht den Vorwürfen des Bischofs aus

  • Aktionäre entsetzt über Marikana-Massaker
  • Viel Applaus für Rede des südafrikanischen Bischofs Jo Seoka
  • BASF lehnt Einzahlung in Entschädigungsfonds ab
  • Kritische Aktionäre: BASF muss Verantwortung für Lieferkette ernst nehmen

Der südafrikanische Bischof Johannes Seoka erhielt für seine beeindruckende Rede bei der Hauptversammlung des BASF SE am 30. April in Mannheim viel Applaus von den Aktionärinnen und Aktionären des Chemie-Konzerns. Der anglikanische Bischof aus Pretoria, dem der Dachverband der Kritischen Aktionäre Stimmrechte übertragen hatte, verlangte eine Entschädigung für die Opfer des Marikana-Massakers und forderte BASF auf, als Hauptkunde des Platin-Produzenten Lonmin Verantwortung zu übernehmen.Im Anschluss an seine Rede übergab Seoka dem BASF-Vorsitzenden Kurt Bock ein Buch und einen Dokumentarfilm, die beide das Massaker von Marikana analysieren (siehe: „Das Massaker von Marikana“: https://marikanabuch.wordpress.com Weiterlesen

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