Angesichts schwächerer Konsumausgaben und wirtschaftlicher Unsicherheiten hat Hugo Boss seine Strategie angepasst. CEO Daniel Grieder betont den Fokus auf Markenstärkung im Jahr 2026. Nicht gestärkt werden hingegen die Arbeiter*innen in der Lieferkette. Hugo Boss verlässt das wichtige Gebäudeschutzabkommen in Pakistan, in der eigenen Fabrik in der Türkei werden Gewerkschafter*innen entlassen. FEMNET, der Dachverband der Kritischen Aktionär*innen und die Kampagne für Saubere Kleidung erwarten konkrete Antworten auf der Aktionärsversammlung.
Während über 130 Marken ihre Verpflichtung zum Pakistan Accord verlängern, hat Hugo Boss das Abkommen verlassen. Der Accord gilt mit seinen unabhängigen Sicherheitsinspektionen branchenweit als erfolgreichster Mechanismus zur Verbesserung der Fabriksicherheit. In mehreren pakistanischen Zulieferbetrieben von Hugo Boss wurden in den letzten Jahren schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche Sicherheitsmängel, wie verschließbare Tore und blockierte Fluchtwege, festgestellt. Weiterlesen
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Gegenantrag zu TOP 3: Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2025
Während bis Januar 2026 über 130 Marken ihre Verpflichtung zum ACCORD-Pakistan-Abkommen erneuert haben, fehlt Hugo Boss auf dieser Liste. Laut des Open Suply Hubs pflegt Hugo Boss Geschäftsbeziehungen zu zwölf „Tier 1“-Fabriken (Direktlieferanten) in Pakistan. Unabhängige Sicherheitsinspektionen, die im Rahmen des Pakistan-Abkommens durchgeführt wurden, haben in mehreren dieser Fabriken hunderte schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche Sicherheitsmängel festgestellt, von denen viele eine dringende Behebung erfordern. Hugo Boss hat sich aber gegen eine Verlängerung des Pakistan Accord ausgesprochen. Dadurch geben Sie einen verbindlichen, transparenten Sicherheitsmechanismus zugunsten freiwilliger, unternehmenskontrollierter Audits auf, die in der Vergangenheit immer wieder daran gescheitert sind, Leben zu schützen. Weiterlesen
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Sehr geehrter Vorstand, sehr geehrter Aufsichtsrat, sehr geehrte Aktionär*innen,
mein Name ist Emma Wentzel und ich spreche für den feministischen Arbeitsrechteverein FEMNET als Teil des Dachverbands der Kritischen Aktionär*innen.
1. Wir gehen davon aus, dass Ihr Versprechen von heute Morgen, Herr Daniel Grieder, das Wohlergehen aller Mitarbeitenden von Hugo Boss hochzuhalten, die Textilarbeiter*innen an den Nähmaschinen und auf den Produktionsflächen Ihrer Lieferanten miteinschließt. Dementsprechend möchte ich im Folgenden einige Fragen an Hugo Boss richten. Daher betrifft meine erste Frage die gesetzlichen Verankerungen solch eines Schutzes:
Das Lieferkettengesetz, bzw. auf europäischer Ebene die Lieferkettenrichtlinie, sogenannte CSDDD: Es gibt verschiedene Bemühungen und gute Argumente, auch von wirtschaftlicher Seite, das LkSG beizubehalten und die Abschwächung des CSDDDs durch die geplante Omnibus-Initiative zu verhindern. Weiterlesen
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Mehr Rechte für Näherinnen: Auf der Adidas-Hauptversammlung am 16. Mai 2024 in Fürth spricht der kambodschanische Gewerkschafter Sithyneth Ry (oben links). Seine Rede wird auf Deutsch vorgetragen von Artemisa Ljarja (oben rechts) von der Kampagne für Saubere Kleidung. Foto: privat
Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET, bei ihrer Rede auf der virtuellen Hauptversammlung der Hugo Boss AG 2024
1. Soziale Gerechtigkeit in der Lieferkette- Audits:
Die Nachhaltigkeitsstrategie von Hugo Boss nennt fünf Handlungsfelder, alle beziehen sich auf Umweltaspekte. Es gibt nicht ein einziges soziales Nachhaltigkeitsziel. Es ist höchst kritikwürdig, dass Hugo Boss Nachhaltigkeit so einseitig sieht und ein Engagement für soziale Nachhaltigkeit offenbar geringschätzt. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass Hugo Boss zwar hohe Gewinne gemacht hat, daran aber diejenigen nicht teilhaben lässt, die die Kleidung für das Unternehmen nähen. Die Aktionär*innen kommen in den Genuss von höheren Ausschüttungen, die Näherinnen erhalten weiterhin keine existenzsichernde Löhne bei den Lieferanten von Hugo Boss. Weiterlesen
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Anlässlich der bevorstehenden Jahreshauptversammlung von Hugo Boss am 14.5.2024 kritisieren FEMNET, die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre die einseitige Nachhaltigkeitsstrategie und hinterfragen, ob Hugo Boss seiner Sorgfaltspflichten gemäß dem deutschen Lieferkettengesetz nachkommt.
Mangelnde Berücksichtigung sozialer Aspekte in der Nachhaltigkeitsstrategie
Der Nachhaltigkeitsbericht von Hugo Boss zeigt die mangelnde Berücksichtigung sozialer Aspekte in der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Alle fünf Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie beziehen sich auf Umweltaspekte, kein einziges auf soziale Kriterien. Das kritisieren FEMNET, CCC und der Dachverband der Kritischen Aktionäre, die den Vorstand von Hugo Boss bei der Hauptversammlung dazu befragen werden.
Kritik an Sozialaudits und Umsetzung des Lieferkettengesetzes
Gleichzeitig nennt Hugo Boss immer noch Sozialaudits als Instrument für die Sozialverträglichkeit seiner Produzent*innen. Weiterlesen
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Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat,
mein Name ist Tilman Massa, ich spreche für den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Mit den uns übertragenen Stimmrechten fordern wir von Hugo Boss deutliche effektivere Maßnahmen für die Umsetzung von Sozialstandards in den Textillieferketten von Hugo Boss ein.
Wir haben einen Gegenantrag zu Ihrem Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns eingereicht, den ich hiermit auf formal stelle.
Wir schlagen vor: Ein höherer Teil des Bilanzgewinns sollte für effektive Maßnahmen verwendet werden, um strukturelle Probleme in den Lieferketten von Hugo Boss zu lösen, damit grundlegende Arbeitsrechte und Sozialstandards gewahrt werden können. Weiterlesen
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Zu TOP 2: Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr 2022
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, die von Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns abzulehnen.
Begründung:
Ein höherer Teil des Bilanzgewinns sollte statt als Dividende vielmehr für effektive Maßnahmen verwendet werden, um strukturelle Probleme in den Lieferketten von Hugo Boss zu lösen, damit grundlegende Arbeitsrechte und Sozialstandards gewahrt werden können.
Hohes Risiko von Lohndiebstahl in den Lieferketten von Hugo Boss
Dazu gehört aktuell und dringend eine nachhaltige Beendigung der Industriepraxis von Lohndiebstahl, einschließlich der Nichtzahlung von gesetzlich vorgeschriebenen Abfindungen und Sozialleistungen sowie ein Ende der Verletzung von Gewerkschaftsrechten, die seit Beginn der Covid-19-Pandemie nochmals zugenommen haben. Weiterlesen
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