Kategorie: Münchener Rück AG

„Praktizierte Klima-Ungerechtigkeit“

  • Konzern trennt sich nur zögerlich von Kohle-Anlagen
  • Beteiligung an zynischem Klimaversicherungs-Modell
  • Weltweite Beteiligung an Landgrabbing

Zur morgigen Hauptversammlung der Münchener Rück kritisieren Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen die zögerliche Haltung des Konzerns bei klimaschädlichen Kohlegeschäften. Während der weltweit größte Rückversicherer selbst immer wieder vor der Rolle des Klimawandels bei Unwettern warnt, hinkt er gleichzeitig der Branchenkonkurrenz bei Richtlinien zum Abbau von Kohle-Investitionen stark hinterher. Lediglich bei ihren Aktienanlagen meidet die Münchener Rück Unternehmen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle oder Kohleerzeugnissen machen. „Das ist deutlich schwächer als die 30-Prozent-Schwelle beim norwegischen Pensionsfonds oder bei der Allianz. Anleihe- und Versicherungsgeschäfte werden davon gar nicht berührt. Weiterlesen

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Gegenanträge

Gegenantrag zu Tagesordnungspunkt 3, Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands:

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern.

Begründung:

Münchener Rück und mangelndes Kohle-Divestment:

Die MUNICH RE hinkt in ihren konzerneigenen Vorgaben zum fossilen Divestment ihrer Branchenkonkurrenz weiter hinterher und rühmt  sich  dennoch für ihren vermeintlich vorbildlichen Klimaschutz-Ansatz. Die jüngste Ankündigung, in Zukunft bei Aktienanlagen bei Dritten auf Unternehmensanteile zu verzichten, die mehr als 50% ihres Umsatzes mit Kohle bzw. Kohleerzeugnissen machen, ist mit diesem als Richtlinie definierten Prozentsatz deutlich schwächer als erhofft und durch die noch immer ausstehenden diesbezüglichen Vorgaben für Anleihen und Versicherungsgeschäfte somit als untauglich zu erachten, um als ernstzunehmendes Klima-Commitment betrachtet zu werden. Weiterlesen

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Rede Christian Russau

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Christian Russau, ich spreche hier für die Initiative GegenStrömiung, die sich für menschenrechtskonformes Handeln von deutschen Unternehmen im Ausland einsetzt, und ich bin Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

Wieder einmal müssen wir als erstes über Fußball reden. Kennen Sie die Studie von Transparency International und Forza Football, die im Februar dieses Jahres die Auswertung der Befragung von 25.000 Fußballfans weltweit bekanntgab? 57% halten Fußball für korrupter als andere Sportarten. 69% sagten, sie vertrauen der FIFA nicht. Das klingt ja recht bedrohlich nach einem gewaltigen Imageschaden, den die FIFA sich da durch ihre jahrzehntelange Praxis eingefangen hat. Weiterlesen

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Gegenanträge

Gegenantrag zu Tagesordnungspunkt 3: Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands.

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern.

Begründung:

Der Vorstand der Münchener Rück AG verstößt mit der Rückversicherung für Großstaudämme und Bergwerksprojekte sowie für sportliche Großereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft und die Olympischen Spiele gegen UN-Leitprinzipien, gegen die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), gegen die Empfehlungen der Weltstaudammkommission sowie gegen die eigenen Corporate-Governance-Richtlinien des Konzerns.

Auf die anhaltenden Menschenrechtsvergehen und Umweltzerstörungen bei den brasilianischen Staudammprojekten Belo Monte am Rio Xingu, Santo Antonio am Rio Madeira und Teles Pires am gleichnamigen Fluss hatten wir den Vorstand bereits mehrfach auf den Haupt­ver­sam­mlunge­n hingewiesen. Weiterlesen

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Rede Verena Glass

Geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Verena Glass und ich bin Brasilianerin. Ich spreche ein wenig deutsch
und werde versuchen, mich Ihnen verständlich zu machen in Ihrer Sprache. Deshalb
bitte ich Sie um Verständnis für mögliche Fehler. Ich möchte Ihnen erzählen von den
großen Wasserkraftwerken, die im Herzen Amazoniens gebaut werden und die von
der MunichRE rückversichert werden.

Ich lebe nicht in Amazonien. Ich wohne in São Paulo, hunderte von Kilometern vom
Regenwald entfernt. Aber ich arbeite seit über 10 Jahren mit der Bevölkerung
Amazoniens zusammen. Ich bin Teil von der Bewegung Movimento Xingu Vivo para
Sempre, die die stärkste Widerstandsgruppe gegen den Bau des Staudamms Belo
Monte ist, jener Staudamm, den Sie rückversichern und der für einen Teil der
Gewinne der Firma und somit auch der Aktionäre verantwortlich ist. Weiterlesen

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Rede Barbara Happe

Sehr geehrte Damen und Herren vom Vorstand und Aufsichtsrat der Munich Re, werte Aktionäre und Aktionärinnen,

mein Name ist Dr. Barbara Happe und ich arbeite seit 15 Jahren als Finanzreferentin bei der  Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald.

Zugleich bin ich heute auch hier als Vorstandsmitglied des Dachverbandes der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

Ich möchte hier heute über das Thema Nachhaltigkeit bei der Munich RE sprechen.

Wie die ernüchternden Berichte von Frau Glass und Bischof Kräutler aus Brasilien im weiteren Verlauf der heutigen Debatte noch zeigen werden, sind die Folgen des Belo Monte Staudamms im brasilianischen Amazonas in der Tat enorm, gerade jetzt, wo die Umsiedlungen unter CHAOTISCHEN BEDINGUNGEN laufen und der Stausee bald geflutet werden soll. Weiterlesen

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Rede Christian Russau

Sehr geehrte Damen und Herren,

reden wir doch zunächst über Fußball.

Reden wir doch mal über die Fußballweltmeisterschaft vom vergangenen Jahr und reden wir nicht über die Sieger, sondern reden wir über die Verlierer der WM in Brasilien, jener WM, die die Münchener Rück mit gut einer halben Milliarde Euro rückversichert hat. Ist Ihnen bekannt, dass die Ausrichtung der von Ihnen in Deckung genommenen Fußball-WM verantwortlich ist für die Zwangsumsiedlung von zigtausenden Menschen aus ihren Häusern aus den Armenvierteln Brasiliens, damit die Stadien, Zufahrtsstraßen, Parkplätze, Busschnelllinien, Hotels, Sport- und Trainingsstätten gebaut werden können? Ist Ihnen bekannt, dass es brasilienweit bis zu 250.000 Menschen sind, die wegen WM und Olympia von Zwangsräumung bedroht sind oder bereits geräumt wurden? Weiterlesen

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Munich RE: Nachhaltigkeit ganz klein geschrieben – Aussitzen statt Einmischen

  • (Zwangs-)Umsiedlungen beim Großstaudamm Belo Monte; fundamentale Rechte von Betroffenen werden missachtet
  • Nationaler Korruptionsskandal greift auf Belo Monte über
  • Bischof klagt über „Umwelt- und Menschenrechtskatastrophe“


São Paulo/
München/Köln/Berlin, 21. April 2015 Anlässlich der Hauptversammlung der Munich RE am kommenden Donnerstag in München kritisieren Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen die Rückversicherung verschiedener Großstaudammprojekte durch die Munich RE, darunter Belo Monte in Brasilien, sowie für sportliche Großereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft und Olympia.

Im brasilianischen Altamira läuft aktuell der Count-Down zur Flutung des Stausees für das Kraftwerk Belo Monte. Unter chaotischen Bedingungen und mit fragwürdigen Mitteln versucht das Betreiberkonsortium Norte Energia die betroffenen 9.000 Familien, darunter 600 indigene Familien, schnellstmöglich umzusiedeln. Weiterlesen

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