Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geehrte Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat,
ich spreche heute für den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
Uniper hat sich nach der Krise der vergangenen Jahre wirtschaftlich stabilisiert und im Geschäftsjahr 2025 wieder positive Ergebnisse erzielt. Dazu gratulieren wir.
Gerade deshalb stellt sich jedoch die Frage, welche strategischen Konsequenzen Uniper aus der Krise tatsächlich gezogen hat.
Ich möchte zunächst auf Aspekte eingehen, die im Geschäftsbericht aus unserer Sicht nur unzureichend behandelt werden.
Fehlende Transparenz bei Lieferketten und Menschenrechten
Auffällig ist zunächst, dass die vorgelagerte Lieferkette im Geschäftsbericht weitgehend ausgeblendet wird. Zwar verweist Uniper auf die Mitarbeit in Multi-Stakeholder-Initiativen wie Bettercoal und deutet damit ein Bewusstsein für entsprechende Problematiken an, gleichzeitig finden sich jedoch kaum konkrete Informationen zu menschenrechtlichen und ökologischen Risiken entlang der Lieferketten von Kohle und Gas. Weiterlesen
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ich heiße Moritz Leiner, ich arbeite bei der gemeinnützigen Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald und vertrete hier heute den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
Ich schließe mich mal meinem Vorredner Mattias Bachmann an und möchte bezüglich Ihrer fossilen Geschäfte dabei noch auf einige weitere Aspekte eingehen:
Unipers strategische Priorität ist laut eigener Aussage an erster Stelle die Dekarbonisierung der Geschäftsaktivitäten… und dann erst: bei gleichzeitiger Gewährleistung einer zuverlässigen Energieversorgung. Doch anstatt einen klaren Ausstiegsplan für fossiles Gas innerhalb des eigenen Portfolios zu entwickeln, richtet Uniper seinen strategischen Fokus zunehmend auf den Ausbau des fossilen Gasgeschäfts. Das haben Sie heute ja auch kräftig betont. Weiterlesen
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Anlässlich der morgigen Hauptversammlung von Uniper kritisieren die Organisationen urgewald, Deutsche Umwelthilfe und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre abgesenkte Klimaziele, die fortgesetzte Ausrichtung des Konzerns auf fossiles Gas sowie steigende Investitionen in LNG-Infrastruktur und neue Gaskraftwerke.
Trotz eigener Dekarbonisierungsziele baut Uniper sein fossiles Gasgeschäft weiter aus. Die Investitionen in den Gasbereich stiegen 2025 deutlich an, gleichzeitig wurden Klimaziele abgeschwächt und neue LNG-Lieferoptionen etwa aus den USA, Argentinien und Kanada verfolgt. Kritisiert werden dabei neben den hohen wirtschaftlichen Risiken insbesondere Umweltzerstörung, Fracking sowie Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferketten.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, sagt: „Trotz der sich dramatisch beschleunigenden Erderhitzung plant Uniper den Abschluss neuer LNG-Lieferverträge – mit gravierenden Folgen für Mensch und Natur in Argentinien, Kanada und den USA. Weiterlesen
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Zu Tagesordnungspunkt 2: Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns
Gegenantrag:
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns abzulehnen.
Begründung:
Die vorgeschlagene Ausschüttung einer Dividende in Höhe von rund 300 Mio. € steht in einem deutlichen Spannungsverhältnis zur wirtschaftlichen Lage sowie zu den strategischen Herausforderungen des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2025 weist Uniper einen negativen operativen Cashflow in Höhe von –814 Mio. € aus. Gleichzeitig besteht ein erheblicher Investitionsbedarf für die Transformation des Geschäftsmodells.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht sachgerecht, finanzielle Mittel in erheblichem Umfang an Aktionäre auszuschütten, anstatt sie für die Stabilisierung und Transformation des Unternehmens einzusetzen. Weiterlesen
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ich heiße Moritz Leiner, ich arbeite bei der gemeinnützigen Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald und vertrete hier heute den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
Sie, Herr Lewis, haben in Ihrer Eröffnungsrede ja eine Metapher rund um den Düsseldorf Marathon vor zwei Wochen und Ihrer Teilnahme an einer Staffel bemüht. Ich möchte es Ihnen gleich tun: Stellen Sie sich vor: Sie trainieren für einen Marathon und rauchen dabei jeden Tag eine Schachtel Zigaretten. Sie werden mir zustimmen: das passt wirklich nicht zusammen. Genau das macht Uniper aber aktuell beim Versuch, Netto-Null Emissionen zu erreichen und gleichzeitig weiter in fossile Brennstoffe zu investieren: Statt frische Luft (also: klare Pläne für den Ausstieg aus allen fossilen Brennstoffen zu formulieren, setzt Uniper weiter auf Rauchen (also: auf die Ausweitung des Geschäfts mit klimaschädlichem, fossilem Gas). Weiterlesen
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Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat,
mein Name ist Tilman Massa, ich spreche für den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Mit den uns übertragenen Stimmrechten fordern wir von Uniper deutliche effektivere Maßnahmen für den Schutz von Umwelt und Menschenrechten ein.
Herr Lewis, Sie haben es vorhin angesprochen: Heute vor 80 Jahren wurde Europa vom nationalsozialistischen Terrorregime endgültig befreit. Ich möchte Ihnen danken, dass Sie, zusammen mit vielen weiteren Vorstandsvorsitzenden deutscher Unternehmen jene Erklärung unterzeichnet haben, in dem Sie sich aus der daraus folgenden Verantwortung, die keinen Schlussstrich kennen kann, bekennen. Danke für Ihre klaren Worte, dass eben vor allem auch deutsche Unternehmen dazu beitrugen, ich zitiere: „die Herrschaft der Nationalsozialisten zu festigen. Weiterlesen
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Uniper vertagt Klimaziele und setzt fahrlässig weiter auf fossiles Gas
Bundesregierung muss Strategie für den Gasausstieg bis 2035 festlegen
Geplante Reprivatisierung gefährdet Klimaziele und Versorgungssicherheit
Berlin, 07.05.2025. Anlässlich der morgigen Hauptversammlung von Uniper kritisieren die zivilgesellschaftlichen Organisationen urgewald, communia und der Dachverband der Kritischen Aktionär*innen das fahrlässige Festhalten am klimaschädlichen Geschäftsmodell und die geplante Reprivatisierung, die auch systemkritische Infrastruktur beinhalten würde.
Die NGOs sehen keinerlei Fortschritt bei Uniper, sich von fossilen Energieträgern zu lösen. Im Gegenteil: Uniper vertagt die eigenen Klimaziele (Scope 1 und 2) von 2035 auf 2040. Zudem schloss das staatlich kontrollierte Unternehmen neben bereits bestehenden Langfrist-Gaslieferverträgen mit der staatlichen, aserbaidschanischen Ölgesellschaft SOCAR und dem australischen Konzern Woodside in den letzten Monaten weitere klimaschädliche Gasimport-Verträge mit Woodside und ConocoPhillips ab. Weiterlesen
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Zu Tagesordnungspunkt 3: Entlastung der Mitglieder des Vorstands der Uniper SE für das Geschäftsjahr 2024
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, die Mitglieder des Vorstands nicht zu entlasten.
Begründung:
Der Vorstand von Uniper kommt weiterhin nicht hinreichend seiner Verantwortung nach, wirksamere Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen.
Klimaziele sind bis 2030 unzureichend und Scope 1+2-Ziele wurden von 2035 auf 2040 vertagt
Unipers Ziel ist es, bis 2040 auf Konzernebene klimaneutral zu sein (Scope 1, 2 und 3). Doch bis 2030 fordern viele IPCC-Szenarien eine weitere Reduktion für Scope-1-, -2- und -3-Emissionen bis 2030, als von Uniper angestrebt. Daher berichtet Uniper keine Übereinstimmung der Ziele für 2030 mit den Anforderungen an eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 °C gemäß dem Pariser Abkommen. Weiterlesen
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