Rede von Tilman Massa

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat,

mein Name ist Tilman Massa und ich spreche für den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Ich möchte in zwei Punkten darlegen, dass die Themen, die unser Dachverband anspricht – Einhaltung der Menschenrechte und Standards im Umweltschutz – sehr wohl relevant in der heutigen Diskussion um die Entlastung des Vorstandes geht. Dies wird ja hier zum Teil in Zweifel gezogen.

Erster Punkt: Lithium. Mal abseits des Dieselskandals – auch Elektromobilität ist nicht per se grün und nachhaltig. Das für die Batterieproduktion benötigte Lithium wird unter Verwendung großer Mengen Wasser von Salzseen vor allem in Chile, Argentinien und Bolivien gewonnen. Betroffene Gemeinden klagen über Wassermangel und geschädigte Ökosysteme durch sinkende Grundwasserspiegel. Angesichts der üblichen Umweltschäden beim Rohstoffabbau und drohender, neuer Abhängigkeiten vom „weißen Gold“ wird daher schon jetzt an „Post-Lithium-Ionen-Akkus“ geforscht.

Daher die Frage: Wie kommt die Daimler AG ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht konkret in diesem Fall nach und stellt sicher, dass die in den Elektrofahrzeugen eingesetzten Batterien frei sind von Lithium, welches unter Menschenrechtsverletzungen und gravierenden Umweltschäden gewonnen wurde?

Zweiter Punkt: Betriebsrenten und Pensionsfonds. In Zeiten niedriger Zinsen sind Pensionsfonds weltweit auf neue Investments umgestiegen, auch in Aktien. Meist gelten hierfür nur zwei Kriterien: Sicherheit und Profit. Doch immer mehr achten auch auf die Kriterien Achtung der Menschenrechte und nachhaltiger Umweltschutz. Welche Kriterien werden in diesem Zusammenhang von der Daimler AG angewandt? Gibt es Überlegungen, die bisherigen Kriterien von reinem Profit und Sicherheit um die Kriterien der Nachhaltigkeit zu erweitern?

Nicht zuletzt pochen wir auch weiterhin auf eine Erhöhung von Frauen in der Mitarbeiterschaft in Zusammenhang mit einer guten Verbindung von Beruf und Familie. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft selbstverständlich nicht nur Frauen, gerade Männer und Väter müssen hier mehr Engagement zeigen und möchten dies auch immer mehr tun. Wie sehen die derzeitigen Maßnahmen der Daimler AG zur Förderung der Verbindung von Beruf und Familie aus? Wie hoch ist der aktuelle Anteil beschäftigter Frauen? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um diesen Anteil weiter zu erhöhen?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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