In den Medien

Protest vor der Hauptversammlung der Daimler AG am 8. Juli 2020 in Stuttgart

Abgasskandal, Elektro-Autos, Plug-in-Hybride und Verkehrswende

die tageszeitung (taz), 01.10.2020: Forderung auf Hauptversammlung: VW-Aktionäre gegen Dividende
Kritische Anteilseigner attackieren der Vorstand: Sie fordern Investitionen in den Umbau, anstatt Kurzarbeitergeld einzustreichen.
Kritische Aktionär:innen haben bei der Hauptversammlung von VW das Managment hart kritisiert. „Steuerfinanzierte Kaufprämien und Kurzarbeitergeld zu nehmen und gleichzeitig eine hohe Dividende auszuschütten, passt nicht zusammen“, sagte Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Die Vereinigung reichte bei der virtuellen Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in Berlin 3 Gegenanträge und 65 Fragen ein. Das Treffen dauerte bei Redaktionsschluss noch an. …


Während der RWE-Hauptversammlung veranstaltete der Dachverband mit anderen Umweltorganisationen ein dreistündiges Protestprogramm vor der Konzernzentrale in Essen.

Dreistündiger Protest gegen Klimakiller RWE

WDR, 26.06.2020: Proteste vor RWE-Hauptversammlung in Essen
Normalerweise lädt der Essener Energiekonzern RWE seine Aktionäre zur Hauptversammlung in die Grugahalle ein. Dann gibt es vor der Halle schon fast traditionell lautstarke Proteste. In Corona-Zeiten findet die Versammlung virtuell statt – Proteste gab es aber trotzdem auf der Straße.
Mehrere Klimabündnisse protestieren
Greenpeace hat ein Banner an der Essener RWE-Zentrale entrollt. Darauf steht „Keine Steuermilliarden für Klimakiller“. Die Gruppe „Artists for Future“ präsentierte eine Performance mit Baggerschaufeln und will damit an die Rodung des Hambacher Forsts erinnern. Etwa 50 Menschen haben daran teilgeonmmen. An den Protesten sind auch die Gruppierungen „Ende Gelände“ sowie der „Dachverband der Kritischen Aktionäre“ beteiligt.

Hauptversammlungen waren bisher Präsenztreffen. Während der Corona-Krise können Aktionärinnen und Aktionäre nur noch online teilnehmen. (Foto: urgewald)

„Corona-Krise: Dachverband und Mitgliedsorganisationen warnen vor Beschneidung von Aktionärsrechten“

Zahlreiche Medien haben aus unseren Pressemitteilungen „Corona-Krise: Dachverband und Mitgliedsorganisationen warnen vor Beschneidung von Aktionärsrechten“ (23.03.2020) und „Konzerne dürfen Fragerecht nicht willkürlich begrenzen“ zitiert.

ARD Börse aktuell, 23.03.2020: Weg frei für virtuelle Hauptversammlungen
Handelsblatt, 23.03.2020: Virtuelle Hauptversammlungen sollen erlaubt werden
On Vista, 23.03.2020: Hauptversammlungen ohne Aktionärspräsenz sollen erlaubt werden
Focus Money, 23.03.2020: Virtuelle Hauptversammlungen sollen erlaubt werden
Süddeutsche Zeitung, 24.03.2020: Noch Fragen?
Immobilien-Magazin, 24.03.2020: Aktionäre warnen vor neuer HV-Regel
Tagesspiegel, 25.03.2020: Auskunftsrecht von Aktionären stark eingeschränkt
Wallstreet online, 30.03.2020: Virtuelle Hauptversammlungen legalisiert: Gucken Aktionäre jetzt in die Röhre? – Warnungen

Lara Eckstein präsentiert auf der Hauptversammlung von Siemens am 5. Januar 2020 eine Petition.

Nachhaltigkeit: Konzerngremien, Stakeholder-Dialoge und Spin-offs

Wirtschaftswoche, 21.02.2020: Der Geist ist schwach
Unternehmen wollen sich ein sauberes Image geben. Dafür setzen
sie Gremien ein, die sich ausschließlich um Nachhaltigkeit kümmern.
Das klingt gut – und bringt oft wenig. …
„Das Adani-Desaster wirft ein Schlaglicht auf das nicht funktionierende Nachhaltigkeits- und Kommunikationsmanagement bei Siemens“, sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Siemens will nun ein weiteres Gremium schaffen, das „klare Leitplanken für verantwortliche Geschäftsentscheidungen etabliert“. Seine Mitglieder sollen ökologische und soziale Risiken sowie Gefahren für den Ruf des Unternehmens frühzeitig erkennen und auf sie aufmerksam machen.

Wirtschaftswoche, 07.06.2020: Viele Aktionäre denken nur an die nächste Dividende
Interview mit Markus Dufner, Sprecher des Dachverbands der Kritischen Aktionäre und Aktionärinnen
Dufner beobachtet die aktuelle Dividendenpraxis kritisch. Im Interview kritisiert er Unternehmen, die in der Pandemie Staatsgelder beantragen und dennoch Gewinnbeteiligungen ausschütten. Gleichzeitig werde aktuell, wo Hauptversammlungen ausschließlich über digitale Wege stattfinden, Aktionärsrechte beschnitten.

Neues Deutschland, 28.09.2020: Siemens im Stresstest
Der Münchner Elektronikkonzern trennt sich von seiner Energiesparte
… Auch dem Dachverband der Kritischen Aktionäre erscheint es völlig schleierhaft, wie sich Energy zukünftig in Energiemärkten aufstellen und gleichzeitig den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens gerecht werden will. »So bleibt der Eindruck, dass der Spin-off nur eine Variante ist, sich von einer renditeschwachen Unternehmenseinheit zu trennen«, hieß es im Gegenantrag auf der virtuellen Konzern-Hauptversammlung im Juli.

In den Medien 2019 (Auszug):

Prozessauftakt im Dieselskandal

Interview in tagesschau24, 30.09.2019: Markus Dufner zum Prozessauftakt im VW-Abgasskandal und zur Rechtskultur im Konzern:
„Die Musterfeststellungsklage ist so etwas wie eine Lex Volkswagen: Der Versuch, im größten Industriebetrug der deutschen Nachkriegsgeschichte – dem Dieselskandal – zu irgendeiner Form von Gerechtigkeit zu kommen. Fast eine halbe Million Kunden dürfen jetzt auf eine Entschädigung hoffen, die ihnen VW bisher verweigert.“
„Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Pötsch hat seine Sache gut gemacht – im Sinne der VW-Eigentümerfamilien, aber nicht im Sinne von Transparenz und Aufklärung.“

„Strippenzieher statt VW-Chefkontrolleur
Warum die fragwürdige Rolle von Pötsch enden muss“

Die Wirtschaftswoche (Wiwo) geht anlässlich der Anklage gegen den VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Dieter Pötsch ausführlich auf die Argumentation des Dachverbands von 2016 ein:

Pötsch „befangen“ als langjähriges Vorstandsmitglied?
Neu sind solche heftigen Angriffe auf Pötsch nicht. Bereits bei der VW-Hauptversammlung im Juni 2016 ging Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen Aktionäre mit Pötsch hart ins Gericht: „Meine Damen und Herren, in Wolfsburg gibt es keine klare Trennung von Vorstand und Aufsichtsrat“, so Dufner. „Diese Gewaltenteilung ist nicht freiwillig, sondern Bestandteil des deutschen Aktienrechts.“ Und weiter: „Herr Pötsch, warum sitzen Sie eigentlich heute auf dem Platz des Versammlungsleiters? Bis vor einigen Monaten waren Sie noch Finanzvorstand dieses Unternehmens. Sie dürfen frühestens im Herbst 2017 in den VW-Aufsichtsrat wechseln. Nicht nur nach Einschätzung von uns Kritischen Aktionären sind Sie noch nicht abgekühlt, sprich: Sie sind als langjähriges Mitglied des Vorstands befangen.“

Der ehemalige VW-Konzernchef Martin Winterkorn (nicht im Bild), VW-Aufsichtsratchef Hans Dieter Pötsch (rechts) und der jetzige VW-Chef Herbert Diess (links) werden angeklagt. imago images
Volkswagen

Anklage gegen Winterkorn, Diess und Pötsch
Laut Aktiengesetz und entsprechender Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex hätte Pötsch, so Dufner, erst nach zweijähriger Abkühlungsperiode an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln dürfen: „Herr Pötsch, Sie mögen das Vertrauen des Großaktionärsclans Porsche/Piëch genießen, aber unseres genießen Sie nicht. Sie sind der personifizierte Interessenkonflikt. Als früherer Finanzvorstand sind Sie für den Abgas-Betrug mitverantwortlich. Jetzt, als Aufsichtsratsvorsitzender, mimen Sie den Chef-Aufklärer.“

Zum Artikel in der Wirtschaftswoche

„Den Finger in die Wunden legen“

Zur Hauptversammlung der Deutsche Wohnen SE 2019 berichtet ZDF heute über unsere Stimmrechtsübertragung an eine Aktivistin der Initiative Deutsche Wohnen enteignen:

„Wir wollen den Anlegern klar machen, dass sie auf dem Rücken der Bürger mit deren Wohnungsmisere Geld machen und dass dies langfristig keine profitable Strategie sein kann und darf“, erklärt Raab. Möglich macht diese kritische Stellungnahme bei der Hauptversammlung die Übertragung der Eintrittskarten von Aktionären an den Dachverband Kritische Aktionäre, der die damit verbundenen Rede- und Stimmrechte an Aktivisten weitergibt.

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, hält die Kritischen Aktionäre für „eine vernünftige Organisation“, die die Konzerne langfristig beobachte und so wichtige Diskussionen anstoße – auch wenn er nicht immer ihre Meinung teile. „Wenn die Initiative ‚Deutsche Wohnen & Co enteignen‘ 77.000 Unterschriften in Berlin für ein Volksbegehren sammelt, dann will ich doch als Aktionär auf der Hauptversammlung erfahren, was sie fordert und was sie kritisiert.“ Eine Hauptversammlung sei schließlich nicht zum Schnittchenessen und Abnicken da.

Zum Artikel von ZDF heute

„Kritik im Magen der Bestie“

Radio Lora München im Gespräch mit unserem Vorstandsmitgleid Christian Russau über unsere Arbeit mit Stimmrechtsübertragungen, die Zusammenarbeit mit Fridays for Future und die kommenden Themen.

Zum Interview (Audio)

„Auf skandalöse Geschäftspraktiken hinweisen“

Das Portal Die Freiheitsliebe im Gespräch mit unserem Vorstandsmitglied Barbara Happe über die Kritik an Rüstungsexporten und unseren Arbeitsansatz, mit Stimmrechtsübertragungen auf Aktionärsversammlungen zu sprechen:

Die Freiheitsliebe: Geht es bei den Aktionen vor allem darum Aufmerksamkeit auf ein Thema zu lenken oder glaubt ihr, dass die Unternehmenspolitik verändert werden kann?

Barbara Happe: Wir machen uns nichts vor: Investorinnen und Investoren wollen Gewinn und damit steigende Renditen sowie Dividenden sehen. Klimaschutz und Menschenrechte sind zweitrangig – wenn überhaupt. Es geht uns vor allem darum, die Aufmerksamkeit von Medien, Öffentlichkeit und weiteren Aktionärinnen und Aktionären allgemein zu bekommen. Unsere wenigen Stimmrechte reichen bei weitem nicht aus, als „Kritischer Investor“ zu agieren.

Zum Interview auf Die Freiheitsliebe

Kritik der Aktionäre perlt an DWS-Führung ab

Zur Hauptversammlung der DWS Group 2019 berichtete Institutional Money:

Unangenehme Fragen musste sich die DWS-Führungsriege auch zu ihrer neu entdeckten Begeisterung für nachhaltige Investments gefallen lassen – Wöhrmann hatte diesem Bereich in seiner Rede große Bedeutung beigemessen. „In Gesprächen mit den Verantwortlichen konnte ich einen gewissen Ehrgeiz und Elan bei diesem Thema erkennen. Aber dennoch werden erst sieben Prozent des verwalteten Vermögens nach nachhaltigen Kriterien gemanagt“, sagte Barbara Happe von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald, die für den Dachverband kritischer Aktionäre sprach. „In den größten DWS-Fonds finden sich immer noch die rücksichtslosesten Rüstungskonzerne der Welt“, betonte sie. Das gleiche gelte für die „Kohlegiganten“, die den Klimawandel anheizten. Das sei zwar nicht illegal, aber ethisch fragwürdig.

Zum Bericht von Institutional Money

Aktive Aktionäre: hell- oder dunkelgrün?

Zur Hauptversammmlung der Thyssenkrupp AG 2019 schreibt das Handelblatt Business Briefing Nachhaltige Investments:

Haben Investoren ein diesbezügliches Anliegen zu einem konkreten Geschäftsvorfall oder Geschäftsgebaren, bleibt ihnen fast nur, die Entlastung für Vorstand und/oder Aufsichtsrat zu verweigern. Manche stellen dazu explizit Gegenanträge, wie etwa der Dachverband Kritischer Aktionäre bei Thyssenkrupp. Er wirft dem Konzern vor, mit Rüstungsexporten in Konflikt- und Kriegsgebieten dem UN-Nachhaltigkeitsziel 16 „Förderung friedlicher Gesellschaften“ entgegenzustehen.

Der Dachverband verschafft sich immer wieder auf HVs Gehör. Manche Institutionellen und Firmenvertreter zeigen sich hinter vorgehaltener Hand genervt. Andere nehmen ihn hingegen ernst, weil er gut informiert und vor Ort vernetzt ist und mit Nicht-regierungsorganisationen (NGOs) kooperiert.

Zum Handelsblatt Business Briefing 3/2019

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