Druckversion der Internetseite: kritischeaktionaere.de

Name der Seite: Startseite
URL: http://www.kritischeaktionaere.de/index.php?id=28
Autor: Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre
Stand: 24.02.2018




13.02.2018 Hauptversammlung

Kritische Aktionär*innen vor der TUI-Arena
Hanna Poddig auf der TUI Hauptversammlung

Erhöhter C02-Ausstoß und weiterhin schlechte Arbeitsbedingungen
Bei der TUI-Aktionärsversammlung begleiteten kritische Stimmen die  Erfolgsmeldungen des Konzerns. Die TUI AG machte nicht nur mehr Gewinn, sondern produzierte auch einen höheren C02-Ausstoß und bietet weiter schlechte Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen.
Hanna Poddig kritisierte für den Dachverband die Umweltbelastungen durch Flugverkehr und Kreuzfahrtschifffahrt: "Im Geschäftsbericht steht, der C02-Ausstoß pro Person und Reisekilometer sei marginal gesunken. Insgesamt jedoch ist er allein im letzten Jahr um über 5% gestiegen, das ist alles andere als ein Erfolg."
Auf Nachfrage teilte der TUI-Vorstand mit, dass die TUI Schiffe zu 80% mit Schweröl fahren. Bei der Verbrennung von Schweröl entstehen im Vergleich zu Marinediesel oder Flüssiggas (LNG) besonders viele Schadstoffe.
Irene Thesing, die sich auch in Kiel gegen die Kreuzfahrtschiffe vor Ort engagiert, kritisiert die Arbeitsbedingungen an Bord: "Viele Menschen, die auf Kreuzfahrtschiffen arbeiten, kommen aus dem globalen Süden. Es wird Profit gemacht auf dem Rücken derer, deren Rohstoffe europäische Nationen schon seit Jahrhunderten ausbeuten. Eine Studie der Universität Bergen zeigt, dass bei keiner anderen Art, Urlaub zu machen, so wenig Geld im Land bleibt wie bei Kreuzfahrtschiffen."
Fragen zu Arbeitsrechten und Löhnen auf Kreuzfahrtschiffen beantwortete der Vorstand nicht – es sieht also nicht so aus, als wäre der TUI-Konzern hier zu Verbesserungen bereit.
> Rede von Irene Thesing
> Rede von Hanna Poddig
> Mehr Infos: kreuzfahrt.nirgendwo.info

07.02.2018 Gegenanträge zur Aurubis-Hauptversammlung

Das Aurubis-Werk Pirdop/Bulgarien hat jahrelang giftige Bergbauabfälle und arsenhaltige Abwässer in dieses Tailing verbracht.

Kupfer-Produzent übernimmt in der Lieferkette keine Verantwortung
Dachverband: Aurubis-Vorstand und -Aufsichtsrat nicht entlasten!

Bei Europas größtem Kupferproduzenten bleiben Menschenrechts- und Umweltverletzungen von Lieferanten immer noch ohne hinreichende Konsequenzen. Aus diesem Grund wird der Dachverband der Kritischen Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat der Aurubis AG bei der Hauptversammlung am 1. März in Hamburg nicht entlasten.
"Statt kooperativ und proaktiv mit Nichtregierungsorganisationen vor Ort die Menschenrechts- und Umweltverletzungen seiner Lieferanten zu erfragen, setzt der Konzern stattdessen Softwareprogramme ein", erklärt Christian Russau, Vorstandsmitglied des Dachverbands. "Eine sachgerechte Analyse der Menschenrechts- und Umweltverstöße der Lieferanten ist ohne eine Kommunikation mit den Betroffenen und Opfern der Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen in den Kupferabbauminen nicht möglich."

Dachverbands-Mitarbeiter Ulf Georgiew verweist auf die unterschiedlichen gesundheitlichen Standards, die an Standorten von Aurubis gelten. "Bürgerinitiativen und Gemeinden am bulgarischen Standort in Pirdop beklagen weiterhin, dass Aurubis Bulgaria sich nicht ausreichend für die Gesundheit seiner Mitarbeiter und Anwohner einsetzt. Weder hat es eine Fortsetzung eines Gesundheitsmonitoring für Anwohner gegeben, die den jahrelangen giftigen Schwermetall-, Schwefeldioxid- und Feinstaubbelastungen ausgesetzt waren, noch wird das lokale Krankenhaus so finanziell gefördert, dass notwendige medizinische Abteilungen sich halten können."  Im Fall einer Havarie riskiere Aurubis, dass keine ausreichende gesundheitliche Versorgung am Standort in Bulgarien stattfindet.
Georgiew kritisiert außerdem, dass Lieferanten von Aurubis weiterhin giftige Gold- und Kupferbergbauabfälle in Rückhaltebecken (sog. Tailings) und Flüssen in Natura-2000 Schutzgebieten entsorgen. "Die fehlende Verantwortlichkeit für Artenschutz und der Biodiversität durch Aurubis und seine Lieferanten darf vom Vorstand nicht weiter ignoriert werden."
> Gegenanträge

05.02.2018 Kritische AktionärInnen Heckler & Koch

Gründungsversammlung der Kritischen Aktionäre Heckler & Koch
Der Konzern verdient Geld mit Kriegswaffen-Exporten.
Protest Kritischer Aktionäre bei der Hauptversammlung 2017 von H&K

70 Menschen gründen Initiative gegen "Deutschlands tödlichstes Unternehmen"
Opfer-Fonds soll Hinterbliebene entschädigen

Das Rüstungsinformationsbüro Freiburg (RIB) hat am Samstag die Initiative  Kritische AktionärInnen Heckler & Koch gegründet. Mit Hilfe von Aktien wollen die Rüstungsgegner weiter Widerstand gegen Waffenexporte des Oberndorfer Unternehmens organisieren. Bislang besitzen sie knapp zehn Aktien. Laut RIB-Sprecher Jürgen Grässlin soll so der Vorstand von Hecker & Koch wie schon bei der Hauptversammlung 2017 unter Druck gesetzt werden. Mit noch mehr kritischen Aktionären will man mittelfristig erreichen, dass Heckler & Koch einen Opferfonds gründet und mit finanziert. So könnten Hinterbliebene, deren Angehörige durch Waffen des Oberdorfer Unternehmens weltweit ums Leben gekommen sind, entschädigt werden, so der Freiburger Friedensaktivist.
> Interview mit Jürgen Grässlin: "Das sind Blutaktien" (Badische Zeitung)
> Kritische Aktionäre contra Waffenexport (SWR)
> Rüstungsinformationsbüro: Gründung der Kritischen AktionärInnen Heckler & Koch

31.01.2018 Hauptversammlung von Siemens


Khadja Bedati (Sahraouische Jugend) fordert von Siemens, die Besetzung der Westsahara nicht zu unterstützen und lädt CEO Kaeser ein, sich selbst vor Ort ein Urteil zu bilden
Cristina Valdivia (ÖkuBüro) spricht die Probleme der Windkraftprojeke von Siemens-Gamesa in Mexiko an
Andrea Lammers (ÖkuBüro) mahnt konkretere Schritte zum Schutz der Menschenrechte an
Thilo F. Papacek (GegenStrömung) stellt Fragen zum umstrittenen Wasserkraftwerk-Projekt Alto Maipo in Chile
Kritische Aktionär*innen demonstrieren vor der Olympiahalle
Referent*innen unserer Podiumsdiskussion (von links): Cristina Valdivia (ÖkuBüro), Verena Bax (CIR), Khadja Bedati (Sahraouische Jugend) und Thilo F. Papacek (GegenStrömung)

Saubermann Siemens?
Kritische Aktionäre protestieren vor der Hauptversammlung

Der Dachverband hat heute Vormittag mit einem Bündnis von Nichtregierungsorganisationen vor der Münchner Olympiahalle gegen umstrittene Geschäfte des Siemens-Konzerns protestiert. Dabei erinnerten die MenschenrechtlerInnen an Berta Cáceres, die 2016 wegen ihres Widerstands gegen eine Projekt in Honduras mit Siemens-Beteiligung ermordet wurde.
In ihren Reden bei der Hauptversammlung wiesen Vertreter des Bündnisses darauf hin, dass Unternehmen verpflichtet sind, entlang ihrer gesamten Lieferkette menschenrechtliche und Umweltstandards einzuhalten.

Völkerrechtswidrige Verträge mit Marokko über die Erbauung von Windkrafträdern in Westsahara
So unterschreibt Siemens Verträge für die Erbauung von Windkrafträdern in Westsahara mit der falschen Regierung – mit der von Marokko. Seit vier Jahrzehnten hält Marokko das Gebiet der Westsahara besetzt. Die Hälfte der Bevölkerung des Gebiets ist nach der Besetzung geflohen. Kein Staat der Welt erkennt daher Marokkos Anspruch auf Westsahara an, auch der Internationale Gerichtshof hat erklärt, dass Marokko kein Recht auf dieses Land hat.
"Auch die klimafreundliche Energie darf Menschenrechte nicht außer Kraft setzen", fordert Khadja Bedati von der Sahraouischen Jugend. „Wir fühlen uns von Siemens im Stich gelassen. Saubere Energie muss auch mit sauberen Methoden produziert werden!"

> Rede Khadja Bedati

> Rede Christian Russau

> Rede Andrea Lammers

> Rede Cristina Valdivia

> Rede Thilo F. Papacek

> Rede Tilman Massa

> Rede Verena Bax

 

> Gemeinsame Pressemitteilung Dachverband, medico international, Christliche Initiative Romero (CIR), Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (fdcl), GegenStrömung, HondurasDelegation, Öku-Büro München
> Unser Gegenantrag zur Siemens-Hauptversammlung 2018
> Steckbrief Siemens: "Genialität für die Welt?"

Podiumsdiskussion
zu den menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten des Münchener Großkonzerns
Ein international besetztes Podium diskutierte gestern, am Vorabend der jährlichen Hauptversammlung, über die Ansprüche des aktuellen Sustainability Reports im Kontrast zu den tatsächlichen Verwicklungen des Konzerns in ökologisch und sozial katastrophale Projekte in Mexiko, Chile, Honduras und der Westsahara. Zudem blicken wir unter dem Motto "Oh wie schön ist Panama" auf den Stand der Aufarbeitung von Korruptions- und Kartellskandalen.
Wann?
Dienstag, 30. Januar, 19 Uhr
Wo?
Kulturladen Westend, Ligsalzstr. 44, 80339 München (U4/U5 Schwanthalerhöhe)
Panel:
Khadja Bedati (Sahraouische Jugend), Thilo F. Papacek (GegenStrömung), Verena Bax (CIR), Cristina Valdivia/Andrea Lammers Ökubüro), Christian Russau (Dachverband kritische Aktionärinnen und Aktionäre, FDCL)
> Weitere Informationen und Beschreibung der Themen
> Infoflyer

19.01.2018 k.a. newsletter

Der neue k.a. newsletter
Thyssenkrupp nennt es: "engineering, tomorrow, together." Wir nennen es: "achtlos. aufrüsten. ausbeuten." Auf der Hauptversammlung haben wir trotz des Trubels um die geplante Stahlfusion mit Tata die Rüstungsdeals, Korruptionsfälle und Mängel in der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht thematisiert.
Außerdem im aktuellen k.a. Newsletter:

  • Siemens: Stellenabbau in Deutschland, katastrophale Großprojekte im Ausland
  • RWE zerstört Kultur im Rheinland
  • Fraport: Widerstand gegen Flughafenerweiterung in Porto Alegre
  • Informationen und Termine aus unseren Mitgliedsorganisationen: Filmabend in Köln, Gründung der Kritischen Aktionär*innen Heckler & Koch, Nachruf Herbert Nix u.v.m.

> k.a. newsletter

19.01.2018 Hauptversammlung von Thyssenkrupp

Kritische Aktionärin Claudia Fatzkämper, Mitgliedsorganisation urgewald

Tilman Massa, Dachverband
Verena Bax, Christliche Initiative Romero

Alles was schwimmt, geht nicht!
Dachverband verweigert dem Vorstand die Entlastung wegen Rüstungsdeals, Korruption und Verletzung der Sorgfaltspflichten

> Livestream der Thyssenkrupp-Hauptversammlung ab 10 Uhr
Die Kritischen Aktionäre haben dem Vorstand des Stahl- und Rüstungskonzerns Thyssenkrupp auf der Hauptversammlung am 19. Januar in Bochum die Entlastung verweigert. Der Konzern liefert immer noch Kriegsschiffe und U-Boote in Krisen- und Konfliktgebieten und missachtet menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in der eigenen Lieferkette. Getreu dem Motto "Alles, was schwimmt, geht" und ist dann auch menschenrechtlich unbedenklich, hat Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) in den letzten Monaten zwei U-Boote an Ägypten ausgeliefert. Die Regierung geht harsch gegen jede Art von Opposition vor. Auch beteiligt sich Ägypten an der von Saudi-Arabien angeführten Koalition, die einen brutalen Krieg gegen den Jemen führt. Thyssenkrupp steht auch wegen seines Rüstungsdeals mit Israel und als Käufer von Kokskohle aus Mosambik in der Kritik. Mehr dazu:
> Pressemitteilung
> Flyer "achtlos. aufrüsten. ausbeuten"
> Rede Barbara Happe (gehalten von Claudia Fatzkämper)
> Rede Tilman Massa
> Rede Christian Russau
> Gegenantrag

10.01.2018

Alfred Weinberg demonstriert für den Erhalt des Immerather Doms und des Hambacher Walds.
RWE-Bagger reißen die 1888 erbaute Kirche nieder.
Tagebaue Garzweiler und Hambach (aus Kölner Stadt-Anzeiger)

"Wer Kultur zerstört, zerstört auch Menschen"
RWE-Bagger reißen Immerather Dom ab

Der mutige Protest von Aktivisten hat den Abriss der Pfarrkirche St. Lambertus in Erkelenz-Immerath um einige Stunden hinausgeschoben. Auf einem Banner, das sie an den Zwillingstürmen der Kirche entrollten, stand: "Wer Kultur zerstört, zerstört auch Menschen". Von den 42 Kirchenfenstern, die die Glaskünstler Ernst Jansen-Winkeln und Anton Wolff schufen, konnten nur 14 gerettet werden. "Diesen Tag zu erleben, tut weh", sagte Annemarie Bauer, die wegen des Braunkohletagebaus aus Immerath wegzog. Am Montag Nachmittag begannen die Bagger des RWE-Konzerns ihr Zerstörungswerk. Am Mittwoch war von der 1888 erbauten Kirche nichts mehr übrig. Der Tagebau Garzweiler hat in 50 Jahren 16 Orte und Kirchen platt gemacht.
Der Aachener Naturführer Michael Zobel kritisierte den Abriss des Immerather Doms. Die Planungen für den Ausstieg aus der Braunkohle seien schon sehr viel weiter, als RWE zugebe. Ein schneller Ausstieg sei zwingend nötig und auch möglich, ohne dass die Versorgungssicherheit gefährdet werde.
> Rheinische Post: "Kohle statt Kirche"
> Dom für Immer(ath) 6. - 8. Januar 2018: Protest und Widerstandsaktionen - Video von Todde Kemmerich
> CityVision: Der "Dom" in Immerath wird abgerissen (Youtube-Video)
> WDR: Plötzlich Insel. Das Dorf Holzweiler und der Tagebau Garzweiler
> Bündnis gegen Braunkohle
> Leben im Braunkohle-Feinstaub. Vortrag von Alfred Weinberg am 16.01.2018

20.12.2017 Widerstand gegen RWE

Widerstand gegen Zwangsumsiedlung
Kritische Aktionäre zeigen RWE bei der Hauptversammlung die Rote Karte

Der jahrzehntelange Kampf im Rheinischen Braunkohlerevier
Gemeinsam gegen Zwangsumsiedlungen und die Rodung des Hambacher Walds
Wegen des Abbaus von Braunkohle wurden im Rheinland seit Mitte der 50er Jahre etwa 40.000 Menschen gegen ihren Willen umgesiedelt, rund 50 Dörfer verschwanden. Die RWE AG, die die riesigen Tagebaue Garzweiler und Hambach betreibt, spricht von "gemeinsamer Umsiedlung", die Betroffenen hingegen von Zwangsumsiedlung. Manche BewohnerInnen am Rande der Braunkohlegruben und UmweltschützerInnen haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass Dörfer und der Hambacher Wald gerettet werden können.
> Brief an unsere UnterstützerInnen
> "Volldampf zurück": Heute Kohleschwerpunkt im Neuen Deutschland mit Reportage "Das Dorf, das verschwinden wird" und "Umzug in eine triste Wüste" von Markus Dufner
Lesen Sie auch unseren k.a. newsletter:
- Widerstand gegen RWE: Familie Winzen gibt nicht auf
- Neue Studie von urgewald: Diese Versicherer trennen sich von Kohle
- Umweltschützer gegen Kohle-Hardliner
> k.a. newsletter

13.12.2017 Vorbilder für Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz

Antje Grothus
Christian Döring
Eva Töller

Den Hambacher Wald retten und den Braunkohleabbau stoppen!
"Mir ist es ein wichtiges Anliegen, den letzten Rest des Hambacher Walds vor unserer Haustür zu retten", erklärt Antje Grothus. Sie lebt in Kerpen-Buir am Rand des Tagebaus Hambach.
Erfahren Sie mehr über Antje Grothus sowie die Aachenerin Eva Töller und den Kölner Christian Döring, die alle einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Klimas, der Umwelt und der Gesundheit leisten.
> Vorbilder

29.11./24.11.2017/21.11.2017

Die Polizei setzte gegen Aktivisten im Hambacher Wald Pfefferspray ein. (Screenshot aus interpool.tv-Video)
Die riesigen Schaufelräder baggern Tag und Nacht fruchtbaren Lößboden ab.
Die Mahnwache für ein Rodungsstopp vor dem Verwaltungsgericht Köln ...
... wurde von IGBCE-Mitgliedern gestört. Dem Platzverweis der Polizei kamen sie nicht nach.

Oberverwaltungsgericht lässt Rodung im Hambacher Wald stoppen
Polizei setzt Pfefferspray gegen Waldschützer ein
AKTUELL im Newsletter: Widerstand gegen Braunkohle
Nach einer weiteren Beschwerde des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat das Oberverwaltungsgericht Münster sämtliche Rodungsarbeiten im Hambacher Wald vorläufig untersagt. RWE hatte am Montag begonnen, mit schwerem Gerät Bäume zu fällen, um Platz für den Braunkohleabbau zu schaffen. Dabei ist das Unternehmen auf den friedlichen Widerstand von Wald- und UmweltschützerInnen gestoßen. Augenzeugen berichten von einem unverhältnismäßigen Pfefferspray-Einsatz durch die Polizei.
"Wir freuen uns, dass die Rodungsarbeiten erst einmal gestoppt wurden", sagte Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionäre. "Wir müssen uns aber im Klaren darüber sein, dass die endgültige Entscheidung noch aussteht."
Dirk Jansen, BUND-NRW-Geschäftsleiter, meinte, Ministerpräsident Laschet habe durch den Rodungsstopp nun Zeit, dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft befriedet und die Region zusammengeführt wird.
Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte angeordnet, dass RWE die Rodungsarbeiten im Hambacher Wald ab Montag, 18 Uhr stoppen müsse. Bevor irreversible Zustände geschaffen würden, befürfe es erst einer Klärung der komplexen rechtlichen Fragen.
Bereits vor einer Woche beteiligte sich der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre an einer Mahnwache des Bündnis gegen Braunkohle vor dem Verwaltungsgericht Köln für den Stopp des Kohleabbaus und die Rettung des letzten Restes des Hambacher Walds. Der BUND war dort
am Freitag mit seiner Klage gescheitert.
> Rodungsstopp im Hambacher Wald (Pressemitteilung des BUND)
> Klima schützen! Kohleabbau stoppen!
> Widerstand gegen Braunkohlewirtschaft
> Braunkohle beschäftigt Gerichte

27.11.2017

Dachverband begrüßt Gründung des Vereins für Anlegerschutz WindEnergie (AWE)
Heute nimmt der Verein Anlegerschutz WindEnergie (AWE) seine Arbeit auf. AWE wurde mit dem Ziel gegründet, Fehlentwicklungen, Korruption und Missmanagement bei Windkraft-Anlageformen aufzuzeigen.
"Wir begrüßen die Gründung des AWE ausdrücklich und wünschen ihm viel Erfolg", sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. "In der Vergangenheit haben sich die Fälle enttäuschter Erwartungen gehäuft. Die Anleger nun mit einem Verein, der ihre und nicht die wirtschaftlichen Interessen der Parkbetreiber im Auge hat, zu unterstützen, ist ein Dienst an der Energiewende. Gerade künftige Kleinanleger, die ökologisch verantwortungsvoll investieren wollen, dürfen durch Intransparenz und Missmanagement in der Branche nicht abgeschreckt werden."
> Pressemitteilung AWE

18.11.17 ethecon-Preisverleihung in Berlin

Preisträgerin Hanna Poddig

Blue Planet Award an Umweltaktivistin Hanna Poddig
Rheinmetall bekommt den Black Planet Award

Die ethecon-Stiftung ehrt dieses Jahr die Umwelt- und Friedensaktivistin Hanna Poddig mit dem Blue Planet Award für Rettung und Erhalt des Blauen Planeten. Im März 2017 konnte sie mit drei weitere AktivistInnen mit Unterstützung des Dachverbands bei der Aktionärsversammlung von TUI sprechen und gegen die schwere Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Kreuzfahrtschiffe protestieren. Im April war Hanna Podding mit uns Kritischen Aktionärnnen und Aktionären auf der RWE-Hauptversammlung in Essen und zeigte dem Kohlekonzern die rote Karte.
Der Black Planet Award ist ein Schmähpreis für Zerstörung und Ruin des Blauen Planeten. Damit wird dieses Jahr die Rheinmetall AG bedacht. Vor allem die Rüstungsproduktion steht hierbei im Zentrum der Kritik.
> Weitere Informationen

03.-05.11.2017 General Assembly in Berlin

Thumaka Magwangqana berichtet über das Massaker von Marikana und die Folgen

Gegen das Vergessen der Verantwortung von Volkswagen und BASF: Thumaka Magwangqana und Lúcio Bellentani auf der "General Assemby" in Berlin

Sie haben Eindruck hinterlassen: Zwei Betroffene der Konzernpolitik von Volkswagen und BASF haben über ihre Erfahrungen auf der "General Assembly" berichtet. Die in der Berliner Schaubühne als dreitägige Performance abgehaltene "Generalversammlung" hat jenen eine Bühne geben wollen, die von deutscher Politik und deutschen Konzerninteressen betroffen sind, aber diese etwa nicht durch ihr Wahlrecht beeinflussen können - und auch nicht im Bundestag repräsentiert werden können.

Die südafrikanische Bürgerrechtlerin Thumaka Magwangqana hat über den weiterhin nötigen Kampf für bessere Lebensbedingungen nach dem Massaker von 2012 berichtet und auf die Verantwortung von BASF hingewiesen. Bei einem Streik in der von zwei Tochterfirmen des britischen Unternehmens Lonmin betriebenen Marikana-Platinmine in Südafrika wurden 2012 34 Minenarbeiter von der Polizei erschossen. BASF ist einer der Hauptabnehmer des Platins aus den südafrikanischen Minen.

Lúcio Bellentani arbeitete zwischen 1964 und 1972 bei Volkswagen do Brasil als Werkzeugmacher. Im Juli 1972 wurde er an seinem Arbeitsplatz verhaftet und dann gefoltert. Laut Bellentani war der Chef des VW-Werkschutzes aktiv an seiner Verhaftung beteiligt. Bellentani forderte eine umfassende Aufarbeitung der Beteiligung von VW an Verbrechen während der Militärdiktatur in Brasilien.

> "Inszenierung des Authentischen": Bericht des Deutschlandsfunks
> "Wo die Weltgesellschaft steht": Beitrag in der Frankfurter Rundschau

07.11.2017 Abendveranstaltung in Berlin

Verhafteter VW-Mitarbeiter Lúcio Bellentani (Foto: Verena Glass)

VW und Mercedes Benz: Komplizen der Militärdiktaturen in Brasilien und Argentinien? Überlebende der Folter belasten Manager der Tochterunternehmen der deutschen Konzerne
Lúcio Bellentani
arbeitete zwischen 1964 und 1972 bei Volkswagen do Brasil als Werkzeugmacher. Im Juli 1972 verhafteten ihn Geheimpolizisten an seinem Arbeitsplatz im VW-Werk in São Bernardo do Campo – unter den Augen des VW-Werkschutzes. Er wurde ins Folterzentrum DOPS verschleppt. Laut Bellentani war der Chef des VW-Werkschutzes aktiv an seiner Verhaftung beteiligt: Der VW-Mitarbeiter soll ihm bei der Verhaftung eine Waffe an den Rücken gehalten haben.

Veranstalter: Dachverband Kritische Aktionäre, Rosa-Luxemburg-Stiftung, ECCHR, FDCL,  KoBra, Lateinamerika Forum – Foro de las Américas Berlín, Lateinamerika Nachrichten, Nachrichtenpool Lateinamerika, Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall, LabourNet Germany und medico international.
> Einladung/Pressemitteilung

21.10.2017 Jahrestagung der Coordination gegen BAYER-Gefahren

CBG-Protest vor der Hauptversammlung von Bayer in Bonn (Foto: CBG)

Das Land, das Gift, die Ernährung - gegen die Abhängigkeit vom Megakonzern BAYER/Monsanto
Bei ihrer Jahrestagung am 21. Oktober in Düsseldorf beschäftigt sich die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) mit der industriellen Landwirtschaft und ihren Folgen für die VerbraucherInnenund und mit den Auswirkungen auf Bäuerinnen und Bauern. Was heißt es, immer weniger Auswahl zu haben und was bedeutet es für die Preisentwicklung, wenn ein Megakonzern wie BAYER/Monsanto das Saatgut dominiert? Welche Alternativengibt es? Kann eine alternative Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren oder hat BAYER-Konzernchef Baumann recht mit seiner Behauptung, dass nur eine industrielle Landwirtschaft die Nachfrage nach Nahrung erfüllen kann?
Die CBG-Tagung beginnt um 9 Uhr im Bürgerhaus Bilk, Bachstr. 145, in Düsseldorf.
> Mehr

30.08.2017 Heckler & Koch

Kritische Aktionäre protestieren vor der Hauptversammlung von Heckler & Koch
Rüstungskritiker Jürgen Grässlin freut sich über Erfolg (Fotos: Screenshot SWR aktuell Baden-Württemberg, 15.08.2017)

Großer Erfolg der Kritischen Aktionäre: Aufsichtsratsvorsitzender John sichert Fortführung der Grüne-Länder-Strategie zu / Keinerlei neue Waffenlieferungen außerhalb NATO und EU

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Kleinwaffenproduzenten Heckler & Koch, Dieter John, bekennt sich zu der neuen Strategie, zukünftig nur noch in "grüne Länder" zu exportieren, also nur EU- bzw. NATO-Staaten. Die Personalveränderung mit der Abberufung des H&K-Vorsitzenden Norbert Scheuch habe keinerlei negative Auswirkungen auf die strategische Neuausrichtung, so John. Diese würde "natürlich vom Aufsichtsrat und Vorstand voll mitgetragen“. Diese Aussagen traf er gegenüber Jürgen Grässlin, Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros und Mitglied im Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

Auch die schnellstmögliche Zusendung der Antworten von Vorstand und Aufsichtsrat zu den 110 Fragen Kritischer Aktionäre auf der Hauptversammlung am 15. August sicherte John zu. Wie versprochen würde auch der Heckler & Koch-Aufsichtsrat den Antrag Grässlins auf Gründung eines Opferfonds ernsthaft diskutieren.

"Was wir bei der Hauptversammlung erlebt haben, kann schlichtweg in weiten Teilen als positive Überraschung bezeichnet werden", erklärte Grässlin nach der Hauptversammlung von Heckler & Koch im baden-württembergischen Sulz. "Denn nach 30 Jahren der harten Konfrontation, mit zahlreichen gewaltfreien Aktionen und mehrfachen juristischen Auseinandersetzungen, zeichnet sich mit dem neuen Vorstand und Aufsichtsrat von Heckler & Koch die Chance zur kritischen Kommunikation ab."

Der Kritische Aktionär, der sich seit Jahren mit Rüstungskonzernen streitet, fasst zusammen: "Heckler & Koch wickelt noch Altaufträge ab (z.B. Indonesien, Malaysia, VAE, Türkei) – schlimm genug und folgenschwer. Ab jetzt gilt die neue Strategie, dass ausschließlich „grüne“ Länder der NATO, NATO-assoziiert und EU-Staaten beliefert werden (nach Demokratieindex, Korruptionsindex und unter Beachtung von Menschenrechtsfragen) – ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings erhalten z.B. die USA weiterhin H&K-Kleinwaffen – was angesichts der Lage im Land und der US-Außenpolitik problematisch ist. Wir werden also diese Vorgänge sehr genau beobachten und kritisch begleiten."
> Pressemitteilung des Rüstungsinformationsbüros
> Mehr zu Heckler & Koch: "Deutschlands tödlichstes Unternehmen verschärft Rüstungskontrolle"


 

 

Konzerne von A - Z


Der Dachverband befasst sich mit Aktiengesellschaften und konzentriert sich dabei auf die DAX-30-Konzerne. In den vergangenen Jahren haben die Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre ihre Arbeit auf einige ausländische Aktiengesellschaften ausgedehnt.
> Konzernkritik
> Konzerne von A - Z
> Themen der Konzernkritik


 

 

Highlights

Hier finden Sie unsere konzernkritischen Höhepunkte der Vorjahre.

> Highlights


 

 

Archiv des Dachverbands

Der Dachverband wurde 1986 gegründet und feierte 2011 sein 25-jähriges Bestehen.

Die alte Website des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre enthält Dokumente aus den Jahren 1994 bis 2007.