Dachverband und Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen verlangen von RWE Nachweis, dass Flutung der Braunkohletagebaue unbedenklich ist

Mit dem Beginn des Baus der 45 Kilometer langen Rheinwassertransportleitung für die Tagebaue Hambach und Garzweiler am 17. März 2026 hat die RWE AG einmal mehr Fakten geschaffen. Ein Bündnis von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre hält den Bau der Riesenpipeline für ökologisch bedenklich und rechtlich anfechtbar.
Die konkreten Bedingungen für die Entnahme von Wasser aus dem Rhein in Höhe von Dormagen werden noch in behördlichen Verfahren geprüft. Aktuell läuft auch eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung des Grundwasser-Zentrums Dresden im Auftrag des NRW-Umweltministeriums, die bewerten soll, wie das Rheinwasser und seine Inhaltsstoffe sich im Boden verhalten. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen im Herbst 2026 vorliegen.
Die Postion der für die Braunkohletagebaue zuständigen RWE Power AG ist kompromisslos: „Ein Moratorium ist weder fachlich begründet noch genehmigungsrechtlich gerechtfertigt und würde die umfassende Wiedernutzbarmachung der Tagebaue lediglich unnötig verzögern und damit den Nutzen für die Region und ihre Menschen hinauszögern“, so der Leiter Entwicklung Braunkohle, Dr. Markus Kosma, und der Leiter für die wasserwirtschaftliche Planung, Dr. Gero Vinzelberg, in ihrem Antwortschreiben vom 3. Juni 2026.
„Ich bin schon sehr verwundert über die mangelnde Einsicht des RWE-Konzerns“, sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands. „Unser Bündnis hat die zahlreichen Risiken benannt, die mit dem Bau der Rheinwassertransportleitung und der Einleitung von Rheinwasser in die Tagebaue Hambach und Garzweiler einhergehen. Wie rechtfertigt es RWE, bereits vor dem Erhalt aller finalen Genehmigungen mit den baulichen Maßnahmen begonnen zu haben? Zwar wurde der Rahmenbetriebsplan für den Bau der Pipeline genehmigt, die wasserrechtlichen Planfeststellungen für die eigentliche Einleitung des Wassers in die Restseen stehen jedoch noch aus. Demnach wird eine gigantische Infrastruktur gebaut, deren zentrales Nutzungskonzept rechtlich noch gar nicht final abgesichert ist.“
Nachdem RWE auf den ersten Brief der Nichtregierungsorganisationen vom Februar 2026 nicht reagiert hatte, übergab das Bündnis am 30. April während der virtuellen RWE-Hauptversammlung vor der Konzernzentrale in Essen eine weitere Protestnote an RWE-Mitarbeiter und veröffentlichte eine Pressemitteilung mit dem Titel „Die Risiken fossiler Geschäfte der RWE AG“.
Das Bündnis für einen Aufschub der Bauarbeiten für die Rheinwassertransportleitung wird unterstützt von:
attac AG Energie, Klima, Umwelt
Biofuel Watch
Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Wasserbündnis Rheinisches Revier
Deutsche Umwelthilfe (DUH)
European Center for Constitutional and Human Rights
FIAN Deutschland
Initiative Buirer für Buir
1,5-Grad Mahnwache Essen
medico international
NABU Nordrhein-Westfalen
Robin Wood
RWE & Co. enteignen
Wasserbündnis Rheinisches Revier







