
Gemeinsam Pressemitteilung von NABU, PETA und Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionären
- Schweröl und LNG statt echter Klimastrategie
- Wegen Tierleid Geschäftsbeziehungen zu Meeresparks beenden
- Aggressive Strategie ohne Rücksicht auf Umwelt und lokale Verhältnisse
Auf der morgigen Hauptversammlung der TUI AG in Hannover fordern der NABU, die Tierrechtsorganisation PETA und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre einen nachhaltigen Tourismus, der Klima- und Umweltschutz, Rechte der lokalen Bevölkerung und Tierschutz ernst nimmt.
Berlin/Köln/Stuttgart, 09.02.2026 – „TUI Cruises setzt weiterhin auf das besonders umweltschädliche Schweröl, kritisiert Sönke Diesener vom NABU. „Das lässt die Zukunftsankündigungen und einige gute technische Ansätze zum umweltfreundlichen Schiffsbetrieb der TUI AG in einem schlechten Licht erscheinen.“ Der Schifffahrts-Experte weist darauf hin, dass es ein technisch einfacher Schritt wäre, auf Schweröl zu verzichten. „Dies käme nicht nur dem Klima- und Gesundheitsschutz zugute, sondern würde sich auch positiv auf den marinen Umweltschutz auswirken. Solange die ´Mein Schiff´-Flotte weiter Schweröl verbrennt, werden nicht nur Luft und Klima verpestet, sondern auch riesige Mengen umweltschädlichen Waschwassers aus den Entschwefelungsanlagen ins Meer gespült.“
Trotz jahrelanger Aufklärungsarbeit über das Leid von Delfinen in Gefangenschaft hält die TUI AG an Geschäften mit Meeresparks fest. „Der Vorstand muss die Geschäftsbeziehungen mit Meeresparks endlich beenden, in denen Orcas und Große Tümmler in Betonbecken eingesperrt sind und teilweise in Shows das Publikum unterhalten sollen“, fordert Dr. Tanja Breining von PETA. „Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Haltung von Orcas in Gefangenschaft oftmals zu physischen und psychischen Problemen führt, die sich zum Beispiel in kaputten Zähnen, abgeknickten Rückenflossen, apathischem oder aggressivem Verhalten und einem frühen Tod äußern. Andere Reiseanbieter haben Kooperationen mit Meeresparks, die Meeressäuger in Gefangenschaft präsentieren, beendet“, so Breining.
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre wirft der TUI AG eine „aggressive Cluster-Strategie ohne ausreichende Prüfung ökologischer und sozialer Risiken“ vor. „Die Destinationscluster bieten Flüge, Hotels, Kreuzfahrten und Ausflüge aus einer Hand an, was die Margen steigert und Saisonalität ausgleicht“, so Mala Daimann. „So schafft TUI weitgehend abgeschottete Tourismus-Ökosysteme, in denen der Konzern einen großen Teil der Wertschöpfung kontrolliert, während der Nutzen für die lokale Bevölkerung unzureichend belegt ist.“
Besonders kritische sieht der Dachverband die Partnerschaft mit dem arabischen Staat Oman. „TUI will Dhofar zu einem neuen Cluster mit fünf Hotels und Kreuzfahrtanbindung ausbauen und Oman als ´führende Sun & Beach-Destination´ etablieren“, erklärt Vincent Kuhn. „Gleichzeitig steigt die staatliche Entwicklungsgesellschaft OMRAN als Aktionär bei TUI ein, was zu einer Verflechtung von Kapitalinteressen und Standortentwicklung führt. Der Geschäftsbericht macht keine Angaben dazu, wie Wasserverbrauch, Energiebedarf, Abfallströme und Importquoten in einem ohnehin wasserarmen und klimatisch vulnerablen Staat begrenzt werden sollen.“
Gegenanträge:
In seinen Gegenanträgen zu den Tagesordnungspunkte 3 und 4 beantragt der Dachverband, den Vorstand und den Aufsichtsrat der TUI AG nicht zu entlasten. Im Gegenantrag zum Tagesordnungspunkt 10 empfiehlt der Dachverband, den Vergütungsbericht der TUI AG nicht zu billigen und das Vergütungssystem für den Vorstand abzulehnen. Unserer Gegenanträge finden sie hier: https://www.kritischeaktionaere.de/hauptversammlung-2026/tui-ag-tierleid-schweroel-und-riskante-partnerschaften-unsere-gegenantraege/
Für Rückfragen:
Sönke Diesener, Referent Verkehrspolitik, NABU, Tel. +49 (0)30 284 984 1630 E-Mail: Sönke.Diesener@NABU.de
Markus Dufner, Geschäftsführer, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre,
Tel. +49 (0)221 599 5647 E-Mail: dachverband@kritischeaktionaere.de








