Zu Tagesordnungspunkt 3: Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2025
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern.
Begründung:
Der Vorstand der Hannover Rück SE kommt weiterhin nicht hinreichend seiner Verantwortung nach, wirksamere Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen.
Neue Gasinfrastruktur bleibt weiterhin größtenteils versicherbar
Auch im letzten Jahr verfehlte es Hannover Re, seine fossile Richtlinie von 2022 anzupassen und bestehende Ausschlüsse in der fakultativen Rückversicherung auf jegliche neue Gasinfrastruktur und neue Gaskraftwerke auszuweiten. Hannover Re schließt derzeit zwar die fakultative Rückversicherung von Projekten zur Erschließung, Transport und Verwahrung neuer Öl- und Gasressourcen aus. Zudem ist die fakultative Rückversicherung von neuen Ölkraftwerken seit 2022 nicht mehr möglich. Somit bleibt aber die fakultative Rückversicherung von neuen LNG-Terminals weiterhin durchführbar. Dabei ist der Bau jedes neuen LNG-Export-Terminals zwangsläufig an die Expansion der Gasproduktion gekoppelt, was nicht im Einklang mit dem Net-Zero-Szenario der Internationalen Energieagentur (IEA) steht. Auch der Bau neuer LNG-Import-Terminals führt zur Erschließung neuer Gasvorkommen und droht, zu einem gefährlichen, jahrzehntelangen fossilen Lock-in zu führen.
So bleibt die Versicherung von z. B. neuen LNG-Terminals in den USA weiterhin möglich. Dabei ist der Gasausbau in den USA nicht nur für das Klima eine Katastrophe, sondern trägt auch zur Verschärfung des Umweltrassismus an der Golfküste der USA bei. Denn die LNG-Terminals verschlechtern zusammen mit petrochemischen Anlagen die Luftqualität und steigern so das Risiko für Asthma, Herzkreislauferkrankungen oder bestimmte Krebsarten. Fischer können rund um LNG-Terminals ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, weil die Fischbestände dezimiert werden. Zudem werden beim Fracking sogenannte Ewigkeitschemikalien angewendet, die unter anderem zu Fehlgeburten, einem erhöhten Krebsrisiko und Organschäden führen können. Entlang der US-Golfküste, wo bis zu 20 neue Projekte geplant sind, organisieren sich die Betroffenen und leisten Widerstand gegen die Pläne.
Weiter keine Ausschlüsse für Öl und Gas für den obligatorischen Rückversicherungsbereich
Die Ausschlüsse im Öl- und Gasbereich gelten weiterhin nur für den fakultativen, nicht aber den obligatorischen Rückversicherungsbereich. Auch im letzten Jahr gab Hannover Re keine diesbezüglichen Ziele oder Methoden zur Übertragung der Ausschlüsse auf den obligatorischen Rückversicherungsbereich bekannt.
Kohleausstieg 2038 nach wie vor zu spät
Auch im letzten Jahr hielt Hannover Re weiterhin an seinem Kohleausstiegsplan bis 2038 fest. Das Enddatum 2038 wird jedoch der Klimawissenschaft nicht gerecht, die einen Kohleausstieg bis 2030 in der EU und OECD-Ländern und bis 2040 für den Rest der Welt fordert.







