Hapag-Lloyd AG Pressemitteilung Hauptversammlung 2026 Governance

Hapag-Lloyd soll Kuba-Buchungsstopp zurücknehmen

Pressemitteilung zur Hauptversammlung der Hapag-Lloyd AG am 20. Mai 2026

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sieht vorauseilenden Gehorsam gegenüber völkerrechtswidrigen US-Sanktionen und hinterfragt Rolle von Kühne Holding und Stadt Hamburg.

Hamburg / Köln, 19.05.2026 – Auf der morgigen Hauptversammlung der Hapag-Lloyd AG verurteilt der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre die jüngste Entscheidung des Vorstands, sämtliche Buchungen nach Kuba zu stoppen. Der Verband sieht darin eine Verletzung des Völkerrechts, die Missachtung europäischer und deutscher Außenwirtschaftsprinzipien sowie einen eklatanten Mangel an unternehmerischer Souveränität.

Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands, kritisierte das Einknicken der Reederei vor einem US-Dekret der Trump-Administration. „Durch die einseitige Unterwerfung unter die Blockadepolitik Washingtons agiert das deutsche Traditionsunternehmen Hapag-Lloyd als verlängerter Arm fragwürdiger Gesetze.“ Die Ausdehnung von US-Sanktionen auf Drittstaaten stellt einen klaren Bruch des Völkerrechts dar, welcher von der Bundesregierung und den Vereinten Nationen seit Jahrzehnten verurteilt werde.

„Hinter den nackten Buchungszahlen verbergen sich Menschen und Städte, die nicht mehr richtig mit Lebensmitteln versorgt werden können, und Krankenhäuser, die wegen Stromausfällen nur eingeschränkt arbeiten. Dass die Hapag-Lloyd AG durch einen Transportstopp zu dieser fatalen Verschärfung beiträgt, ist nicht vertretbar“, begründet Dufner seine Intervention auf der virtuellen Hauptversammlung einer der weltweit größten Linienreedereien, die weltweit 305 Containerschiffe betreibt.

Besonderen Aufklärungsbedarf sieht der Dachverband bei den Machtverhältnissen im Aufsichtsrat. Im Zentrum der Kritik steht der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Gernandt, der die Kühne Holding AG mit 30,0 % der Anteile vertritt.

Zudem fordert der Verband lückenlose Transparenz von der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Stadt hält über die Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV) 13,86 % der Aktien und wird durch HGV-Geschäftsführerin Dr. Isabella Niklas vertreten. „Die Stadt Hamburg trägt eine besondere Verantwortung für das Gemeinwohl und darf eine humanitär fatale Blockadepolitik nicht mittragen“, betonte Dufner.

Die offizielle Begründung eines Konzernsprechers, der den Schritt mit Risiken bei der Einhaltung von Compliance-Richtlinien aufgrund der US-Präsidenten-Anordnung erklärte, lässt der Dachverband nicht gelten. Vorstandschef Rolf Habben Jansen und der Aufsichtsrat werden aufgefordert, die genaue Risikoanalyse offenzulegen und zu erklären, wer für diese Fehlentscheidung gestimmt hat.

Der Dachverband fordert weiter vom Vorstand und Aufsichtsrat
1.    die Sofortige Rücknahme des Buchungsstopps. Hapag-Lloyd muss den freien, völkerrechtskonformen Welthandel garantieren und darf sich nicht zum Instrument illegaler Embargos machen;
2.    eine detaillierte Darlegung vor der Hauptversammlung, wie es zu diesem politischen Kniefall kommen konnte und welche konkreten Risiken ausschlaggebend waren;
3.    die Offenlegung, welche Mitglieder des Aufsichtsrats – insbesondere die Vertreter der Stadt Hamburg und der Kühne Holding – für oder gegen den Stopp gestimmt haben.

Pressekontakt: 
Markus Dufner, Geschäftsführer, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre e.V., Tel. 0221/5995647, dachverband@kritischeaktionaere.de, www.kritischeaktionaere.de

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