Möglichkeiten und Grenzen globaler Einflussnahme deutscher Unternehmen

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12 UhrVerleihung des Henry Mathews Preises für Konzernkritik 2020
Paul Russmann/Ohne Rüstung Leben
Einsatz für Frieden und Stopp der Rüstungsproduktion


Laudatio: Barbara Happe, Christian Russau, Markus Dufner
Charlotte Kehne, Ohne Rüstung Leben
14 UhrLösung Lieferkettengesetz?
Beispiel Pestizideinsatz in Brasilien: Umwelt- und Gesundheitsschutz durch Bayer und BASF?

Referent*in, Permanente Kampagne gegen Agrargifte und für das Leben, Brasilien
16 UhrKlimaschutz und Kohleausstieg
Perspektiven für einen ökologischen und sozialen Strukturwandel im Rheinischen Revier

Referent*in, Menschenrecht vor Bergrecht
Andreas Büttgen, Initiative Buirer für Buir

1. Panel: Verleihung des Henry Mathews Preises für Konzernkritik 2020

Die Friedensbewegung wäre nicht denkbar ohne ihre scharfe Kritik an Rüstungsproduktion und Rüstungsexporten. Seit über 40 Jahren informiert die Initiative „Ohne Rüstung Leben“ im Rahmen ihrer friedenspolitischen Bildungsarbeit über die Geschäfte deutscher Rüstungskonzerne in Konflikt- und Kriegsregionen. Dabei schreckt die Organisation auch nicht davor zurück, die verantwortlichen Unternehmen öffentlich zu kritisieren. So hat Paul Russmann nicht nur Proteste z.B. gegen die Militär- und Waffentechnikmesse ITEC organisiert, sondern auch unermüdlich auf den Aktionärsversammlungen von Daimler oder Heckler & Koch die entblößenden Zahlen zu Umsatz und Anteil der Rüstungsexporte abgefragt, welche die Vorstände ansonsten gegenüber ihren Aktionär:innen verschweigen würden. Für diese Verdienste verleihen wir Paul Russmann und „Ohne Rüstung Leben“ den Henry Mathews Preises für Konzernkritik 2020 und wollen dabei die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für friedensbewegte Konzernkritik diskutieren.

2. Panel: Lösung Lieferkettengesetz? Beispiel Pestizideinsatz in Brasilien

In Brasilien vertreiben die beiden Agrarchemiekonzerne Bayer und BASF Wirkstoffe, deren Einsatz in der EU aufgrund von ökologischen und gesundheitlichen Gefahren explizit verboten ist. Die Folge: Bayer und BASF sind mitverantwortlich für Pestizidvergiftungen bei Landarbeiter*innen und indigenen Gruppen, die nicht ausreichend geschützt werden. Wie engagieren sich die Betroffenen und welche Lösungsperspektiven würde ein Lieferkettengesetz bieten? Dies diskutieren wir mit der „Permanenten Kampagne gegen Agrargifte und für das Leben“ aus Brasilien, deren Vertreter*innen auch auf den Aktionärsversammlungen von Bayer und BASF ihre Forderungen deutlich gemacht haben.

3. Panel: Perspektiven für einen sozial-ökologischen Strukturwandel im Rheinischen Revier

Das Kohleausstieggesetz ist beschlossen, doch konkrete Zeitpläne und Maßnahmen hin zu einem nachhaltigen und klimafreundlichen Wirtschaften im Rheinland sind so umstritten wie noch nie. Auf den ersten Blick hat das Gesetz keine Veränderungen bewirkt: Während die von der Erweiterung des Tagesbaus Garzweiler II Betroffenen weiter um den Erhalt ihrer Dörfer kämpfen, bangen lokal Beschäftige weiterhin um ihre Arbeitsplätze, wenn die bisherige Wertschöpfungsquelle versiegt. Auf lokaler Ebene sind aber Menschen aktiv, die an echten Zukunftsperspektiven für das Rheinische Revier arbeiten. Darüber diskutieren wir mit der Initiative „Menschenrecht vor Bergrecht“, welche den Erhalt der Dörfer juristisch erstreiten möchte, sowie mit der Bürgerinitiative „Buirer für Buir“.

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