
Sehr geehrter Herr Spohr, sehr geehrter Herr Dr. Kley,
sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats,
sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre!
Mein Name ist Markus Dufner. Ich bin Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Mit unseren 29 Mitgliedsorganisationen sowie Kooperationspartner aus den Bereichen Umwelt und Menschenrechte repräsentieren wir einen Teil der Zivilgesellschaft. Zudem ist der Dachverband Mitglied der Klimaallianz Deutschland mit 155 Mitgliedsorganisationen. Auf der heutigen Hauptversammlung vertrete ich 159.000 Stimmrechte zahlreicher Kleinaktionärinnen und -aktionäre.
Herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag. Von dieser stolzen Zahl ist der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre noch weit entfernt. Wir feiern in diesem Jahr gerade mal unser 40-jähriges Bestehen.
Das Magazin Capital kommentierte den Geburtstag des Kranichs wie folgt:
Die Lufthansa wird 100 und feiert gemeinsam mit Bundeskanzler Merz. Doch außerhalb des schicken neuen „Hangar One“ wüten Krisen – und die eigenen Mitarbeiter.
… Die haben sich nach dem Aufruf der Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Tor 20 des Flughafens versammelt …. „Ich fliege seit 35 Jahren“, sagt eine Flugbegleiterin, „ich bin Lufthanseatin mit Herzblut. In all den Jahren habe ich mich noch nie so wenig wertgeschätzt gefühlt“.
Tja, Herr Spohr, das ist wirklich bedauerlich. Wie schätzen Sie die Stimmung unter den Mitarbeitenden der Lufthansa ein?
Auch auf der heutigen Hauptversammlung werde ich vor allem Themen rund um den Klimaschutz ansprechen.
Erst einmal ein Lob für Sie, sehr geehrte Mitglieder des Aufsichtsrats! Bei Ihrer gestrigen Sitzung stimmten Sie der Bestellung von insgesamt 20 neuen Langstreckenflugzeugen zu. Und natürlich auch ein Lob an Sie, sehr geehrte Mitglieder des Vorstands. Sie hatten zuvor beschlossen, zehn Airbus A350-900 sowie zehn Boeing 787-9 zu ordern.
Aber bitte erklären Sie uns bitte, warum die Auslieferungen der neuen klimafreundlicheren Jets erst zwischen 2032 und 2034 erfolgen soll?
Auf der Lufthansa-Hauptversammlung 2025 sprach ich unter anderem über die Klage der Deutschen Umwelthilfe wegen irreführender Werbung. Die Lufthansa kompensiert flugbezogene CO₂-Emissionen bei ihren „Green Fares“ durch eine Kombination aus 20 % nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) und 80 % Investitionen in Klimaschutzprojekte. Dieser Tarif beinhaltet den Ausgleich der rechnerischen Emissionen, wurde jedoch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) als Greenwashing kritisiert
Bekanntlich klagte die DUH gegen die Lufthansa. Die Auswirkungen der Klage, die im März 2025 vor dem Landgericht Köln entschieden wurde, werden im Laufe dieses Jahres voll wirksam. Sie betreffen primär die Werbestrategie und die Transparenzpflichten der Lufthansa. [1, 2]
Die zentralen Konsequenzen sind:
1. Werbeverbot für „CO2-Neutralität“ [1]
Das Gericht untersagte der Lufthansa, Flüge weiterhin mit irreführenden Begriffen wie „CO2-Ausgleich“ oder „klimaneutral“ zu bewerben. [1, 2]
- Grund: Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die angebotenen Kompensationszahlungen (z. B. für Waldschutzprojekte) die tatsächliche Klimabelastung eines Fluges nicht neutralisieren können.
- Folge: Die Lufthansa musste ihre gesamte Kommunikation und den Buchungsprozess anpassen, um keine falschen Versprechen über die Umweltwirkung einzelner Tickets zu machen. [1, 2, 3, 4]
2. Umstellung der Tarifstruktur
Als Reaktion auf den steigenden regulatorischen und rechtlichen Druck hat die Lufthansa Group neue Preismodelle und Zuschläge eingeführt:
- „Environmental Cost Surcharge“: Seit 2025 erhebt der Konzern einen Umweltkostenzuschlag (zwischen 1 € und 72 €), um Kosten für EU-Auflagen wie die Beimischung von nachhaltigem Kraftstoff (SAF) und den Emissionshandel zu decken.
- „TO Green“ Tarife: Im März 2026 führte die Lufthansa-Gruppe spezielle Umwelttarife für Reiseveranstalter ein, um nachhaltigeres Reisen transparenter, aber ohne die untersagten Pauschalversprechen anzubieten. [1, 2, 3]
3. Reputationsmanagement und Strategiewechsel
Das Urteil gilt als Meilenstein gegen das sogenannte Greenwashing in der Luftfahrt. [1]
- Die Lufthansa hat sich verpflichtet, künftig auf „mutmaßlich irreführende Aussagen zur Nachhaltigkeit“ zu verzichten.
- Statt auf reine Kompensation setzt der Konzern verstärkt auf die Kommunikation tatsächlicher technischer Reduktionsziele, wie das Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 durch effizientere Flotten und SAF. [1, 2]
Herr Spohr, bitte nennen Sie Details zu den aktuellen Preisanpassungen durch den Umweltzuschlag. Welche Flugstrecken sind davon betroffen?
Kommen wir zur Verwendung des Bilanzgewinns aus dem Geschäftsjahr 2025.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den im festgestellten Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2025 ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von Euro 395 757 419,64 vollständig zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von Euro 0,33 je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden.
Herr Spohr, müsste die Lufthansa nicht mehr in die Sicherung von Jobs, Klimaschutz und eine Modernisierung der eigenen Flotte investieren und daher die Dividende reduzieren?
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, wenn Sie das Flugzeug als Transportmittel nutzen, haben Sie sich sicher auch schon mit der Klimabilanz eines Flugs beschäftigt. Möglicherweise haben Sie auch schon einen Zuschlag zur Kompensation der klimaschädlichen Emissionen gezahlt, z.B. an die gemeinnützige Organisation atmosfair.
Für einen Linienflug von Hamburg nach München (einfache Strecke, ca. 600 km) beträgt der CO2-Kompensationsbetrag bei atmosfair aktuell etwa 5 € bis 7 €. [1, 2]
Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen:
- CO2-Preis: atmosfair rechnet derzeit mit einem Preis von 30 € pro Tonne CO2.
- Emissionen: Da atmosfair neben dem reinen CO2 auch die klimaschädlichen Non-CO2-Effekte in großen Flughöhen (Stickoxide, Ruß, Wasserdampf) mit einem Faktor von 3 einbezieht, fallen die berechneten Emissionen und damit der Preis meist höher aus als bei anderen Anbietern oder direkt bei der Airline. [, 2]
Unabhängig von Ihrer freiwilligen Spende an atmosfair erhebt die Lufthansa seit 2025 einen verpflichtenden Umweltkostenzuschlag („Environmental Cost Surcharge“). [1, 2]
- Höhe: Für Kurzstrecken innerhalb Deutschlands liegt dieser Zuschlag in der Regel am unteren Ende der Skala, also bei ca. 1 € bis 5 € pro Strecke.
- Zweck: Dieser Betrag fließt nicht in Kompensationsprojekte, sondern deckt die Kosten für gesetzliche Auflagen wie die EU-Beimischquote für nachhaltigen Kraftstoff (SAF). [1, 2, 4]
Herr Spohr, wie unterscheiden sich die Preise für die Kompensation in der Business Class im Vergleich zur Economy Class?
Der atmosfair Index nutzt die ICAO-Berechnungsmethode und gilt als einer der präzisesten Vergleiche für die Klimabilanz von Fluggesellschaften.
Zur UN-Klimakonferenz 2025 in Belém hat atmosfair das aktuelle Klimaranking der weltweit größten Airlines vorgelegt: „Es zeigt sich, dass der globale Flugverkehr beim Klimaschutz weiter zurückfällt und internationale Klimaziele verfehlt. Dabei sind Flüge mit First und Business Class deutlich ineffizienter, was den CO₂-Ausstoß pro Kopf angeht. Deutsche Airlines stagnieren und verlieren dabei im Vergleich.“
Hier ein paar Fakten aus dem atmosfair-Bericht:
Insgesamt liegen die deutschen Airlines und ihre Töchter im unteren Mittelfeld. Unter den deutschen Gesellschaften schneidet TUIfly mit 76 von 100 möglichen CO₂-Effizienzpunkten am besten ab. Die Lufthansa erreicht 60 Effizienzpunkte. Die Töchter der Lufthansa Group – Brussels, Discover, Austrian und Edelweiss – kommen auf 60 bis 70 Effizienzpunkte. Die Swiss erreicht gar nur 54 Punkte, vor allem aufgrund des hohen Anteils von Business Class (19% gegenüber 9% weltweit) und First Class (3% gegenüber 0.5% weltweit).
Mehr: https://www.atmosfair.de/de/atmosfair-airline-index-2025/
Wie sieht das Ergebnis innerhalb der Lufthansa Group aus?
Die Unterschiede innerhalb des Konzerns sind signifikant und hängen stark vom Geschäftsmodell ab:
Brussels Airlines (69,4 Punkte): Führt die Gruppe an. Die hohe Bestuhlungsdichte und gute Auslastung in Europa sichern eine Platzierung in der oberen Hälfte der Klasse D.
- Discover Airlines: Wird in Berichten als effizienter als die Kernmarke eingestuft (Bereich 60–70 Punkte), da Ferienflieger tendenziell mehr Sitze pro Flugzeug verbauen.
- Lufthansa (60,1 Punkte): Die Kernmarke belegt Platz 100 im Gesamtranking. Sie leidet unter einer im Vergleich zum Passagierwachstum langsameren Flottenerneuerung.
- Swiss (54,0 Punkte): Schlusslicht der Gruppe. Dies liegt vor allem am extrem hohen Anteil an Premium-Plätzen (19 % Business, 3 % First Class), die pro Passagier deutlich mehr CO₂ verursachen als die Economy Class.
Wie schneiden die Wettbewerber der Lufthansa ab?
Im atmosfair Airline Index (AAI) 2025 schneidet die Regionalfluggesellschaft China West Air als weltweit effizienteste Airline ab. Unter den größeren Linienfluggesellschaften führt die chilenisch-brasilianische LATAM das Ranking mit 82 von 100 möglichen Punkten an. [1, 2]
Hier ist der Vergleich für die von Ihnen angefragten Airlines:
Ranking & Effizienzwerte 2025
| Fluggesellschaft [1, 2, 3, 4, 5] | Effizienzpunkte | Effizienzklasse | Einordnung |
| TUIfly | 76,0 | C | Beste deutsche Airline |
| Air France | 69,4 | D | Mittelfeld (höher als Kernmarke Lufthansa) |
| Brussels Airlines | 69,4 | D | Effizienteste Tochter der Lufthansa Group |
| Ryanair | ~60-70* | D | Top-Platzierung in anderen Emissions-Rankings |
| Lufthansa | 60,1 | F | Platz 100 (globales Mittelfeld/Abstieg) |
*Hinweis: Während Ryanair in spezialisierten Emissions-Rankings (wie Cirium) aufgrund der hohen Sitzplatzdichte oft auf Platz 1 landet, wird sie im AAI oft im Mittelfeld geführt, da der Index zusätzliche Umweltfaktoren wie Umwegfaktoren stärker gewichtet.
Analyse der Ergebnisse
- Air France vs. Lufthansa: Air France liegt mit knapp 70 Punkten deutlich vor der Kernmarke Lufthansa (60,1 Punkte). Das liegt unter anderem an einer schnelleren Modernisierung der Flotte mit effizienten Mustern wie dem Airbus A350.
- Ryanair: Die Airline profitiert von einer extrem jungen Flotte und einer maximalen Bestuhlung. In reinen CO₂-pro-Sitzplatz-Vergleichen (wie bei Cirium) belegt sie weltweit Spitzenplätze.
- Wichtige Faktoren: Keine Airline erreicht aktuell die Bestnoten A oder B. Laut atmosfair liegt das an den anhaltenden Lieferverzögerungen bei neuen, sparsameren Flugzeugen wie der Boeing 737 MAX oder dem Airbus A320neo.
Interessant: Premium-Airlines wie die Lufthansa schneiden oft schlechter ab, weil Business- und First-Class-Sitze deutlich mehr Platz beanspruchen und somit die CO₂-Emission pro Passagier rechnerisch stark erhöhen.
Die Lufthansa stellt den Flugbetrieb ihrer Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine ein. [1, 2]
Obwohl ursprünglich geplant war, den Betrieb erst bis 2028 schrittweise auslaufen zu lassen, hat der Konzern im April 2026 die sofortige Einstellung der Regionaltochter beschlossen. [1, 2]
Hintergründe und Folgen der Einstellung [1]
- Gründe für das vorzeitige Aus: Als Hauptgründe nennt die Lufthansa gestiegene Kerosinpreise, die Auswirkungen von Streiks sowie die hohen Betriebskosten der veralteten Flotte (insbesondere der Canadair CRJ-Jets).
- Strategischer Wechsel: Die Aufgaben der CityLine sollen künftig von der neu gegründeten Lufthansa City Airlines übernommen werden. Ziel dieses Wechsels ist eine Restrukturierung der Tarifverträge und eine Senkung der Kosten im Zubringerverkehr.
- Auswirkungen auf den Flugplan: Durch die plötzliche Einstellung wurden kurzfristig rund 20.000 Flüge gestrichen. Betroffen sind vor allem Regionalverbindungen von den Drehkreuzen Frankfurt und München.
- Personal: Für die betroffenen Mitarbeiter der CityLine hat dies weitreichende Folgen; viele wurden zunächst freigestellt, während über die Übernahme in andere Konzerngesellschaften verhandelt wird.
- Die Lufthansa stellt die Verbindung Bremen–Frankfurt ab Juli ein.
https://www.ffh.de/nachrichten/wirtschaft-aktuell/468007-lufthansa-streicht-bremen-frankfurt-fluege-kritik-waechst.html
Die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen der Lufthansa und den Gewerkschaften im Mai 2026 sind durch eine massive Eskalation und tiefgreifende strategische Konflikte geprägt.
Die Lage lässt sich in drei zentrale Konfliktfelder unterteilen:
1. Konflikt um die Einstellung der Lufthansa CityLine
Die kurzfristige Einstellung der Lufthansa CityLine im April 2026 hat zu einer heftigen Konfrontation geführt:
- Vorwurf der „Bestrafung“: Die Kabinengewerkschaft UFO bezeichnete die sofortige Schließung als „Akt der Bestrafung“ für vorangegangene Streiks.
- Kampf um Sozialpläne: Die Gewerkschaften fordern händringend Sozialpläne und klare Übernahme-Regelungen für das Personal in andere Konzerngesellschaften, was vom Management bisher teilweise abgelehnt wurde.
- Strategischer Widerstand: Die Vereinigung Cockpit (VC) kritisiert die Stilllegung als widersprüchlich und schädlich für die betroffenen Beschäftigten. [1, 2, 3, 4, 5]
2. Tarifkonflikt und Machtkampf der Gewerkschaften
Ein Novum im Konzern sorgt für zusätzliche Spannungen:
- Konkurrenz durch ver.di: Die Lufthansa hat für die neue Tochtergesellschaft Lufthansa City Airlines Tarifverträge mit ver.di abgeschlossen.
- Angriff auf Fachgewerkschaften: Die traditionellen Fachgewerkschaften VC (Piloten) und UFO (Kabine) sehen darin einen Angriff auf ihren Einfluss, da ver.di nun auch Flugpersonal vertritt. Dies erhöht die Streikbereitschaft bei anderen Tarifthemen massiv.
- Unüberbrückbare Differenzen: Bei der Kernmarke Lufthansa Classic scheitern Verhandlungen derzeit an „roten Linien“ des Managements, insbesondere beim Thema Altersversorgung der Piloten. [1, 2, 3, 4, 5]
3. Aktueller Streikstatus (Stand Mai 2026)
- Vorerst keine neuen Streiks: Nach einer massiven Streikwelle im April (mit über 20.000 Flugausfällen) haben die Gewerkschaften VC und UFO ihre Maßnahmen Mitte April vorerst ausgesetzt, um auf Schlichtungsverfahren zu setzen.
- Instabile Ruhe: Da Sondierungsgespräche Anfang Mai 2026 weiterhin ohne Ergebnis blieben und nicht einmal eine Einigung auf ein Schlichtungsverfahren möglich war, bleibt die Gefahr neuer Arbeitskämpfe hoch.
Großaktionär Kühne
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, wie wahrscheinlich viele von Ihnen erfuhr ich erst gestern aus den Medien, dass Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne seinen Anteil an der Lufthansa von 15 auf 20 Prozent erhöht hat – angeblich ohne Ambitionen auf die Kontrolle des Konzerns! Kann man das glauben?
Fragen wir doch mal Vorstand und Aufsichtsrat der Lufthansa: Was glauben Sie?
Welche Pläne hat Großaktionäre Klaus-Michael Kühne?
Klaus-Michael Kühne stockt bei Lufthansa kräftig auf von 15 % auf 20 %.
Klaus-Michael Kühne verfolgt mit der Aufstockung seiner Anteile auf 20 Prozent das Ziel, seinen strategischen Einfluss auf die Lufthansa Group massiv auszuweiten und notwendige Reformen zu erzwingen. [1, 2, 3, 4]
Wie sehen Herrn Kühnes Pläne und Forderungen aus?
1. Strategische Neuausrichtung („Entschlackung“)
Kühne übt scharfe Kritik an der aktuellen Struktur der Lufthansa. Er fordert ein Ende der „Verzettelung“ durch die Vielzahl an Tochtergesellschaften und Marken unter verschiedenen Namen. Sein Ziel ist ein fokussierteres Geschäftsmodell, um die Profitabilität und damit den Aktienkurs nachhaltig zu steigern. [1, 2, 3]
2. Härterer Kurs gegenüber Gewerkschaften
Ein zentrales Motiv für den Ausbau seiner Machtposition ist die Unzufriedenheit mit dem Management im Umgang mit den Tarifkonflikten. Kühne fordert die Konzernführung auf, „beherzter“ gegen den Widerstand von Arbeitnehmervertretern und Spartengewerkschaften (wie UFO und VC) vorzugehen, da er die Streiks als schädlich für die Wettbewerbsfähigkeit ansieht. [1, 2]
3. Ausbau der Kontrollrechte
Mit der 20-Prozent-Marke untermauert Kühne seinen Anspruch auf eine stärkere Präsenz in den Gremien: [1]
- Aufsichtsrat: Er strebt über seine Kühne Holding AG nicht nur ein einfaches Mandat an, sondern möchte den Kurs des Unternehmens aktiv mitgestalten.
- Keine Sperrminorität geplant: Trotz der Aufstockung betonte Kühne in der Vergangenheit, dass er keine 25-prozentige Sperrminorität (Veto-Recht bei Hauptversammlungen) anstrebe, da dies politisch schwer durchsetzbar sei. [1, 2, 3, 4]
4. Synergien im Logistik-Netzwerk
Die Aufstockung festigt das „Logistik-Imperium“ von Kühne, der bereits Mehrheitseigner von Kühne + Nagel und Großaktionär von Hapag-Lloyd ist. Durch die Beteiligung an der Lufthansa will er die Verknüpfung von Luftfracht (Lufthansa Cargo) mit seinen See- und Landfracht-Aktivitäten stärken, um weltweit integrierte Logistiklösungen anzubieten. [1, 2, 3, 4]
Herr Spohr, Herr Dr. Kley, wie reagieren Sie auf diese jüngste Machtverschiebung bei der Lufthansa?
Sehr geehrter Herr Spohr, sehr geehrter Herr Dr. Kley, ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf die Beantwortung meiner Fragen.
Ihnen, Herr Dr. Kley, wünsche ich alles Gute für Ihren Ruhestand. Denken Sie an die Vermeidung klimaschädlicher Emissionen!







