Münchener Rück AG Hauptversammlung 2026

Die Absicherung fossiler Expansion widerspricht dem eigenen Klimaschutzversprechen: Unser Gegenantrag

Zu Tagesordnungspunkt 3: Entlastung der Mitglieder des Vorstands

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern.

Begründung:

Der Vorstand der Münchener Rück AG kommt weiterhin nicht hinreichend seiner Verantwortung nach, wirksamere Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen.

Ausstieg aus internationalen Klimainitiativen

Im Juni letzten Jahres stieg Munich Re aus den vier internationalen Klimainitiativen Net Zero Asset Owner Alliance, der Net Zero Asset Managers Initiative, Climate Action 100+ und der Institutional Investors Group on Climate Change aus. Munich Re bekräftigte, weiter an seinen Klimazielen festzuhalten, sendete jedoch ein gefährliches Signal in die Welt.

Neue Gasinfrastruktur bleibt größtenteils weiter versicherbar

Die Ende letzten Jahres vorgestellten neuen Klimaambitionen erhalten keine Reduktionsziele für den Mid- und Downstream Öl- und Gasbereich. Zwar schließt die angepasste Richtlinie zum Umgang mit fossilen Brennstoffen seit Anfang des Jahres neue LNG-Terminals von Erstversicherung und fakultativer Rückversicherung aus, wenn sie direkt und ausschließlich an neue Gasfelder geknüpft sind. Dadurch erkennt Munich Re die Rolle neuer Gasinfrastruktur für die Erschließung neuer Gasressourcen, die nicht im Einklang mit dem 1,5°C-Limit stehen, grundsätzlich an. Die neue Regelung erfasst aber nur sehr wenige neue LNG-Terminals.

Gasexpansion findet jedoch massiv in Fracking-Gebieten und mit neuen Förderstellen in Mega-Gasfeldern statt, wo die definierte Erschließung neuer Felder nicht definiert werden kann. Der Bau jedes neuen LNG-Export-Terminals ist zwangsläufig an die Expansion der Gasproduktion gekoppelt, was nicht im Einklang mit dem Net Zero Szenario der IEA steht. Auch der Bau neuer LNG-Import-Terminals führt zur Erschließung neuer Gasressourcen und droht zu einem gefährlichen jahrzehntelangen fossilen Lock-in zu führen.

So bleibt die Versicherung etwa von neuen LNG-Terminals in den USA auch weiterhin möglich. Dabei ist der Gasausbau in den USA nicht nur für das Klima eine Katastrophe, sondern trägt auch zur Verschärfung des Umweltrassismus an der Golfküste der USA bei. Denn die LNG-Terminals verschlechtern zusammen mit petrochemischen Anlagen die Luftqualität und steigern so das Risiko für Asthma, Herzkreislauferkrankungen oder bestimmte Krebsarten. Fischer rund um LNG-Terminals verlieren Einkommen, weil die Fischbestände dezimiert werden. Zudem werden beim Fracking sogenannte Ewigkeitschemikalien angewendet, die unter anderem zu Fehlgeburten, einem erhöhten Krebsrisiko und Organschäden führen können. Entlang der US-Golfküste, wo bis zu 20 neue Projekte geplant sind, organisieren sich die Betroffenen und leisten Widerstand gegen die Pläne.

Unzureichende Weiterentwicklungen im Treaty Bereich

Munich Re bekennt sich in seinen Klimaambitionen 2030 abermals zu einem Kohleausstieg für das Treaty Geschäft bis 2040. Dies ist für OECD-Länder zu spät, wo der Ausstieg bereits bis 2030 erfolgen muss. Zudem fehlen Details zu Methoden und Zwischenzielen. Für den Öl- und Gasbereich sind weiterhin keine Ziele für den Treaty Bereich definiert.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.kritischeaktionaere.de/munich_re/klimaziele-bekraeftigen-aber-fossile-expansion-absichern-unser-gegenantrag/