Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats,
ich spreche heute für den Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Viele unserer Fragen wurden heute schon gestellt – insbesondere zur Klima und LNG-Thematik von unseren Kollegen von Urgewald – ich werde mich entsprechend kurz fassen, aber ich möchte, auch im Hinblick auf die Abstimmung, noch zu ausgewählten Punkten Fragen stellen, die aus meiner Sicht mehr Transparenz und Begründung erfordern.
Dividende und Aktienrückkäufe
Das Geschäftsjahr 2025 war für Munich Re sehr erfolgreich, und die vorgeschlagene Dividende von 24 € je Aktie sowie ein Aktienrückkauf von 2,25 Mrd. € sind für Aktionäre erst einmal erfreulich. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, ob eine Ausschüttung von über 80 % des IFRS-Konzernergebnisses langfristig angemessen ist, gerade angesichts möglicher Risiken bei der Rückversicherung und aufgrund von Instabilitäten, wie beispielsweise jene, auf die Sie Herr Jurecka – vorher am Ende Ihrer Rede aufmerksam gemacht haben.
- Wie begründen Sie die Priorisierung dieser hohen Ausschüttungsquote angesichts systemischer Risiken wie dem Klimawandel und seinen Naturkatastrophen, weltweiter Pandemien oder Kapitalmarktschwankungen?
- Und welche Szenario-Analysen liegen der Entscheidung für die Aktienrückkäufe zugrunde?
- Und da wir bei außerordentlichen Risiken sind und dieser in der Vorstandsrede angesprochen wurde, würde mich in diesem Zusammenhang noch interessieren, inwiefern die Munich Re durch den Iran Krieg betroffen ist? Wurden bis dato Schäden in umliegenden Staaten versichert?
Vorstandsvergütung im Verhältnis zu Niedriglöhnen
Sie sprachen heute Ihren Mitarbeitern Ihre Wertschätzung aus.
Und im Geschäftsbericht machen Sie Angaben zur Relation der Vergütung des am höchsten bezahlten Individuums (CEO) zum Median der gesamten Vergütung aller Mitarbeiter. Diese beträgt das 118-Fache des Medians.
- Können Sie transparent darstellen, wie das Verhältnis zwischen den Vorstandsgagen und den niedrigsten Löhnen im Konzern ist? Und wo bzw. in welchem Land diese gezahlt werden?
- Sie schreiben, dass 100% der Mitarbeiter einen angemessenen Lohn erhalten. Sie begründen das damit, dass die Gehälter jeweils über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Leider bedeutet das in manchen Ländern nicht, dass diese auch existenzsichernd sind. Warum sind nicht – anstatt des Mindestlohns – die jeweiligen, regional variierenden, existenzsichernden Löhne der Maßstab für angemessene Löhne? Wir halten eine Anpassung hier für angemessen, und dies sollte auch angesichts des erfolgreichen Geschäftsjahres für Sie auch machbar sein.
Ausschlussliste bei Menschenrechtsverletzungen
- Auf S.132 des Geschäftsberichts wird eine verbindliche Ausschlussliste für Kapitalanlagen in Unternehmen sowie für andere Anlageklassen wie Staatsanleihen und Anleihen von staatsnahen Institutionen, im Zusammenhang mit nachgewiesenen Menschenrechtsverletzungen, beschrieben. Welche, oder falls Sie diese nicht nennen möchten, wie viele Unternehmen, Staaten oder staatsnahe Institutionen befinden sich aktuell auf einer solchen Ausschlussliste?
- Haben Sie im letzten Geschäftsjahr oder aktuell – konkrete oder abstrakte Menschenrechtsrisiken in Ihren Geschäftsbeziehungen, Investitionen oder Rückversicherungen von Projekten identifiziert? Wenn ja, wie viele und welche Risiken genau?
- Haben Sie im Jahr 2025 oder aktuell – Geschäftsbeziehungen, Investitionen oder Rückversicherungen von Projekten aufgrund von ESG-Risiken ausgeschlossen? Wenn ja, wie viele und aus welchen Gründen?
Und schön, dass Sie ein zweites Jahr in Folge keine schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen ausweisen können.
- hier stellt sich uns die Frage: Sind ihnen Menschenrechtsverstöße gemeldet worden, die Sie dann aber als nicht erheblich oder schwerwiegend eingestuft haben, und wenn ja, was waren das für Fälle?
Vielen Dank!







