Alle Dörfer müssen bleiben

Will Deutschland dem 1,5-Grad-Ziel gerecht werden, darf RWE keine weiteren Dörfer im Rheinland zerstören

Lützerath vor dem Tagebau Garzweiler II (oben rechts) im August 2020. Mittlerweile sind die Bagger noch näher an das Dorf herangerückt.

Eckhardt Heukamp gibt nicht auf. Der Landwirt aus Lützerath klagt gegen die Enteignung seines Hofes durch den Kohlekonzern RWE. Falls Heukamp den Rechtsstreit verliert, müsste er schon in den nächsten Monaten seinen Vierkanthof räumen. Trotz aller Werbesprüche einer „neuen RWE“ und den ersten Abschaltungen von Kraftwerksblöcken: Beim Tagebau Garzweiler II baggert RWE weiter wie bisher.

Eckhardt Heukamp

„Der RWE-Konzern versucht seit Jahren, mit allen Mitteln gegen mich vorzugehen. Aber ich hoffe, dass meine Klage durchkommt. Ich werde auf alle Fälle bis zum Schluss auf meinem Hof bleiben.“

Eckhardt Heukamp
Landwirt in Lützerath

Auch wenn selbst die Internationale Energieagentur nun einsieht, dass für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens die Kohleverstromung in Deutschland spätestens 2030 beendet sein sollte, darf RWE dort bis 2038 weiter Braunkohle, den klimaschädlichsten Energieträger überhaupt, aus der Erde holen.

Dazu hat RWE zumindest noch politische Rückendeckung durch die Bundesregierung und die Landesregierung NRW. Doch das gerade überarbeitete Klimaschutzgesetz der Bundesregierung könnte den bisherigen von RWE bevorzugten Kohleausstiegspfad erneut in Frage stellen. Dank der Entschädigungszahlung von 2,6 Milliarden Euro bleibt das alte Geschäftsmodell von RWE selbst bei steigenden CO2-Preisen für den Konzern attraktiv, mit fatalen Folgen: Durch die derzeitige Tagebauplanung sind die Dörfer bei Garzweiler weiter bedroht.

Dabei hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aufgezeigt: Weder aus energiewirtschaftlicher noch aus energiepolitischer Sicht ist das notwendig. Mehr noch: Ein Kohleausstiegspfad im Einklang mit dem deutschen 1,5- Grad-Budget erfordert auch die Erhaltung von Lützerath. Somit verteidigt Eckhardt Heukamp nicht nur seinen Heimatort gegen die Profitinteressen von RWE, sondern leistet einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz. Dafür hat er jede Unterstützung verdient.

Wir fordern:

  • Sofortiger Stopp des Abbaggerns der Dörfer am Tagebau
  • Keine weiteren Zwangsumsiedlungen
  • Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens
  • Forcierter Ausbau der Erneuerbaren Energien unter Beteiligung von Bürger*innen

Flyer zum Download

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