Talanx AG Hauptversammlung 2026

Weiterhin Ausnahme in Öl- und Gasrichtlinie möglich: Unser Gegenantrag

Zu Tagesordnungspunkt 3: Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2025

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern.

Begründung:

Der Vorstand der Talanx AG kommt weiterhin nicht hinreichend seiner Verantwortung nach, wirksamere Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen.

Neue Gasinfrastruktur bleibt weiterhin versicherbar

Auch im letzten Jahr verfehlte es Talanx, seine fossile Richtlinie von 2023 anzupassen und bestehende Ausschlüsse im Versicherungsbereich auf neue Gasinfrastruktur und neue Gaskraftwerke auszuweiten. Talanx schließt aktuell die Versicherung von Projekten zur Erschließung neuer Greenfield Öl- und Gasfelder aus sowie von neuen Tanklagern und Pipelineprojekten, die dem Transport von Öl dienen, sofern sie im direkten Zusammenhang mit Greenfield Ölförderung stehen. Zudem ist die Versicherung von neuen alleinstehenden Ölkraftwerken seit 2023 nicht mehr möglich. Somit bleibt unter anderem die Versicherung von neuen LNG-Terminals und neuen Gaskraftwerken weiterhin durchführbar. Dabei ist der Bau jedes neuen LNG-Export-Terminals zwangsläufig an die Expansion der Gasproduktion gekoppelt, was nicht im Einklang mit dem Net-Zero-Szenario der Internationalen Energieagentur (IEA) steht. Auch der Bau neuer LNG-Import-Terminals führt zur Erschließung neuer Gasressourcen und droht, zu einem gefährlichen, jahrzehntelangen fossilen Lock-in zu führen.

So bleibt die Versicherung von z.B. neuen LNG-Terminals in den USA auch weiterhin möglich. Dabei belegen Versicherungszertifikate, dass Talanx in der Vergangenheit über die Tochtergesellschaften HDI Global Specialty an der Versicherung des Terminals Cameron LNG in Louisiana beteiligt war. Der massive Gasausbau in den USA ist in dem Zusammenhang nicht nur für das Klima eine Katastrophe, sondern trägt auch zur Verschärfung des Umweltrassismus an der Golfküste der USA bei. Denn die LNG-Terminals verschlechtern zusammen mit petrochemischen Anlagen die Luftqualität in diesen Regionen und steigern so das Risiko für Asthma, Herzkreislauferkrankungen oder bestimmte Krebsarten.

Weiterhin Ausnahme in Öl- und Gasrichtlinie möglich

Auch im letzten Jahr verfehlte es Talanx, sich von den möglichen Ausnahmen in der Öl- und Gasrichtlinie zu trennen, nach denen in Ländern mit hohem Kohleanteil am Energiemix weiterhin neue Gasfelder versichert werden können.

Kohleausstieg 2038 nach wie vor zu spät

Auch im letzten Jahr hielt Talanx weiterhin an seinem Kohleausstiegsplan bis 2038 fest. Das Enddatum 2038 wird jedoch der Klimawissenschaft nicht gerecht, die einen Kohleausstieg bis 2030 in der EU und OECD-Ländern und bis 2040 für den Rest der Welt fordert.

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