
Rede von Markus Dufner auf der Hauptversammlung der Volkswagen AG am 18.06.2026
Sehr geehrter Herr Blume, sehr geehrter Herr Pötsch, sehr geehrte Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrat, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
mein Name ist Markus Dufner. Ich bin Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre zu Ihnen.
Mit 29 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Menschenrechte sowie Klima- und Umweltschutz und Kooperationspartnern wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz repräsentiert der Dachverband einen Teil der Zivilgesellschaft. Zudem ist der Dachverband Mitglied der Klimaallianz Deutschland mit 155 Mitgliedsorganisationen.
Ich freue mich, dass der Dachverband bei der heutigen Hauptversammlung mit sechs Rednerinnen und Rednern aus dem In- und Ausland am Start ist. Das ist auch notwendig, weil wir bei Volkswagen leider viele Problemfelder und Skandale ansprechen müssen.
Herr Blume, Herr Pötsch, wenn wir heute auf die Baustelle Wolfsburg blicken, können wir knapp feststellen: Ein überfordertes Führungspersonal hat für die Transformation der Volkswagen AG die falsche Strategie gewählt, geht mit menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachlässig um und missachtet die Grundsätze einer guten Unternehmensführung.
Herr Pötsch, bevor ich weitere inhaltliche Kritikpunkte anspreche, übe ich Kritik an Ihrer Versammlungsleitung. Es ist skandalös, dass Sie bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Redezeit auf fünf Minuten verkürzt haben. Dazu bestand überhaupt kein Anlass. Dafür zeige ich Ihnen die Rote Karte.
[Markus Dufner hält ein Protestschild mit der Aufschrift „Rote Karte für VW! Keine Wiederwahl von Hr. Pötsch!“ in die Kamera.]
Die Hauptversammlung ist neben Vorstand und Aufsichtsrat das dritte Organ der Aktiengesellschaft. Dieser Tag gehört uns Aktionärinnen und Aktionäre. Bitte geben Sie uns die Zeit, die wir brauchen, unsere Kritikpunkte vorzutragen und unsere Fragen zu stellen.
Lassen Sie mich mit dem massiven Stellenabbau und der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China und in die USA beginnen.
Herr Blume, die Pläne des Vorstands, bis 2030 rund 50.000 Konzernstellen abzubauen – davon allein 35.000 bei der Kernmarke VW –, sind sozial unverantwortlich. Der Vorstand rechtfertigt dies mit Automatisierung und globalen Überkapazitäten. Gleichzeitig forciert der Konzern jedoch eine gefährliche Verlagerung. Durch den Export von in China statt in Europa entwickelten und gebauten Modellen in neue Märkte mutiert VW immer mehr zu einem chinesischen Anbieter. Es besteht das Risiko, dass langfristig billigere VW-Modelle aus China den europäischen Markt überschwemmen und heimische Arbeitsplätze dauerhaft vernichten. Die geopolitisch motivierte Debatte über den Ausbau von Produktionskapazitäten in den USA aufgrund von US-Zöllen gefährdet die europäische Belegschaft zusätzlich.
Wenn Zehntausende Mitarbeiter in diesem Unternehmen um ihre Jobs bangen oder Standorte auf dem Spiel stehen, sind hohe Dividendenzahlungen unsolidarisch und gefährden den sozialen Frieden. Daher lehnen wir die Ausschüttung einer Dividende von 5,20 Euro je Stammaktie und 5,26 Euro je Vorzugsaktie ab. Wenn mit VW-Beschäftigten über Gehaltsverzicht debattiert wird und die Schließung ganzer Produktionsstandorte im Raum steht, signalisiert eine milliardenschwere Dividendenausschüttung eine eklatante soziale Schieflage. Hohe Sonderzahlungen an Anteilseigner bei gleichzeitigem massivem Sparprogramm auf dem Rücken der Belegschaft sind unsolidarisch. Sie zerstören das Vertrauen der Belegschaft in die Führung des Unternehmens und gefährden die historisch gewachsene, sozialpartnerschaftliche Kultur bei Volkswagen, die für die Bewältigung der Transformation zwingend notwendig ist.
Deshalb beantragt der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre den Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand zu TOP 2 über die Gewinnverwendung abzulehnen.
Auch beim Tagesordnungspunkt 3 beantragen wir, dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2025 die Entlastung zu verweigern.
Stichwort falsche Modellpolitik: Volkswagen muss verstärkt in die Produktion kleiner, sparsamer E-Fahrzeuge ’Made in Europe’ investieren. Dafür müssen Finanzmittel im Unternehmen gehalten werden, statt sie durch vergleichsweise hohe Dividenden abfließen zu lassen. Es ist höchste Zeit, dass ID Polo, ID.1 und kleine, sparsame E-Fahrzeuge endlich auf die Straße kommen.
Strategische Entscheidungen der Konzernspitze wie der Export von in China statt in Europa entwickelter und gebauter Modelle für den Weltmarkt oder der Aufbau zusätzlicher Produktionskapazitäten in den USA sind kein gutes Zeichen für den Standort Europa.
Ziel des Konzerns muss es sein, die europäischen Werke mit der Produktion gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch sinnvoller Fahrzeuge auszulasten und so Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Hier wären neben kleinen, sparsamen E-Autos auch Fahrzeuge für einen modernen ÖPNV denkbar. Volkswagen muss seine weitreichende soziale und ökologische Verantwortung in Deutschland und Europa stärker wahrnehmen.“
Stichwort strategisches Chaos bei der Antriebswende und Gewinneinbruch bei Porsche:
Dem Vorstand fehlt die klare Linie bei der Elektromobilität. Das parallele Aufrechterhalten und Neuentwickeln von Verbrennern, Plug-in-Hybriden, Range Extendern und reinen E-Autos (BEV) verschlingt immense Ressourcen und drückt die Margen.
Besonders desaströs zeigt sich dieses strategische Zickzack-Kurs bei Porsche: Der massive Gewinneinbruch von 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf nur noch rund 90 Millionen Euro im Jahr 2025 ist die direkte Folge teurer Kehrtwenden zurück zum Verbrenner. Diese Milliarden-Fehlinvestitionen schaden dem Konzern nachhaltig.
Stichwort globale Schwäche bei E-Mobilität und falsche Prioritätensetzung:
Während die Volumenmarken (VW, Seat/Cupra, Skoda) die finanzielle Last des Konzerns tragen, enttäuschen die Luxusmarken um Audi fundamental. Zudem kaschiert der solide BEV-Marktanteil in Westeuropa (jedes fünfte Fahrzeug) das globale Versagen des Vorstands. Weltweit verfügten 2025 noch immer rund 89 % der verkauften Konzernfahrzeuge über einen Verbrennungsmotor. In der Wachstumsregion Asien-Pazifik und insbesondere im Schlüsselmarkt China liegt der Verbrenneranteil sogar bei fatalen 95 %.
Obwohl westeuropäische Lichtblicke wie der verbesserte ID.3 neo, der Verkaufsfolg des Škoda Elroq und der kommende ID.Polo Hoffnung machen, hat es der Vorstand versäumt, diese E-Mobilitäts-Kompetenz rechtzeitig auf den globalen Märkten zu etablieren.
Auch zum Tagesordnungspunkt 4 hat der Dachverband einen Gegenantrag eingereicht. Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Aufsichtsrats der Volkswagen AG die Entlastung für das Geschäftsjahr 2024 zu verweigern.
Herr Pötsch, der Aufsichtsrat ist seiner Aufgabe als Kontrollorgan des Vorstands nicht hinreichend nachgekommen. Sie haben es versäumt, die Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten in der Lieferkette durchzusetzen und auf Entschädigung für ehemalige Sklavenarbeiter*innen in Brasilien hinzuwirken. Einzelheiten dazu hören Sie in einer der folgenden Reden.
Nun komme ich zum Tagesordnungspunkt Wahl von Mitgliedern des Aufsichtsrats. Hier beantragt der Dachverband, die Wahl von Herrn Hans Dieter Pötsch abzulehnen.
Herr Pötsch, Ihre vorgeschlagene Wiederwahl in den Aufsichtsrat widerspricht den Grundsätzen einer guten, transparenten und verantwortungsvollen Unternehmensführung (Corporate Governance). Ihre langjährige Rolle im Volkswagen-Konzern ist untrennbar mit einer mangelhaften Aufarbeitung des Dieselskandals, eklatanten Governance-Verstößen und dem Schutz von Großaktionären zulasten der Minderheitsaktionäre verbunden.
Herr Pötsch, ich möchte heute auch an Ihre mangelnde Aufklärung und Mitverantwortung im Dieselskandal erinnern. Sie waren von 2003 bis September 2015 als Finanzvorstand (CFO) der Volkswagen AG tätig – also in genau dem Zeitraum, in dem die systematischen und rechtswidrigen Abgasmanipulationen entwickelt und weltweit millionenfach eingesetzt wurden. Als CFO trugen Sie Gesamtverantwortung für die Finanzflüsse und Risikobewertungen des Konzerns.
Herr Pötsch, als der Skandal im September 2015 aufflog, wechselten Sie im Oktober 2015 direkt an die Spitze des Aufsichtsrats. In dieser Kontrollfunktion sind Sie bis heute Ihrer Pflicht zur umfassenden, transparenten und rückhaltlosen Aufklärung aller relevanten Tatsachen des Skandals nicht nachgekommen. Der Abgas-Skandal und Ihr Mitwirken daran haben den Volkswagen-Konzern bisher weit über 30 Mrd. Euro gekostet.
Herr Pötsch, bis heute verschleppen Sie eine echte, unabhängige Aufarbeitung der Schuldfrage im Dieselskandal.
Herr Pötsch, Ihre erstmalige Bestellung zum Aufsichtsratsvorsitzenden im Oktober 2015 stellte einen massiven und direkten Verstoß gegen den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) dar.
- Zu nennen ist hier der Verstoß gegen die „Cooling-off“-Periode: Der Kodex sieht zum Schutz der Kontrollunabhängigkeit zwingend vor, dass Vorstandsmitglieder nicht ohne eine zweijährige Abkühlungsphase in den Aufsichtsrat wechseln (Einschränkung: Es sei denn, der Wechsel erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25 % der Stimmrechte halten).
- Herr Pötsch, Ihr Wechsel wurde im Oktober 2015 von den Großaktionären (den Familien Porsche und Piëch über die Porsche SE sowie dem Land Niedersachsen) durchgedrückt. Um Ihnen den vorzeitigen Ausstieg aus Ihrem lukrativen Vorstandsvertrag zu ermöglichen, wurde Ihnen eine Abgeltung in Höhe von rund 17,5 Mio. Euro gewährt. Dieser von Großaktionären getragene, teuer erkaufter „Wechsel über Nacht“ hat die Unabhängigkeit des Kontrollgremiums in Zweifel gezogen.
Wir schließen uns auch der scharfen Kritik von Prof. Christian Strenger an.
Herr Pötsch, dass Sie heute für eine weitere Amtszeit zu wählen, setzt der schlechten Governance in der Volkswagen AG die Krone auf:
Zitat: „Dass er nun trotz Überschreiten der von VW vorgegebenen Altersgrenze für Aufsichtsräte erneut gewählt werden soll, verdeutlicht die Entschlossenheit der auch im Aufsichtsrat prominent vertretenen Großaktionäre, eine transparente Aufklärung und Verantwortlichmachung der für den Skandal entscheidend verantwortlichen Personen so lange wie möglich zu verschieben.“
Herr Pötsch, Sie wissen es selber am besten, dass Sie zum Zeitpunkt dieser Hauptversammlung die von der Volkswagen AG in ihrer eigenen Satzung bzw. den Geschäftsordnungen verankerte Altersgrenze von 74 Jahren überschritten haben. Dass Sie und die anderen Aufsichtsratsmitglieder diese selbstauferlegte Regel bewusst ignorieren, zeigt ein System der Vetternwirtschaft. Es geht nicht um das Wohl des Unternehmens oder die Modernisierung des Aufsichtsrats im Zuge der digitalen und elektrischen Transformation, sondern um den Machterhalt einer verschworenen Gemeinschaft, die eine lückenlose Aufarbeitung der Vergangenheit fürchtet.
Ein Aufsichtsratsvorsitzender, der als ehemaliger Finanzvorstand Teil des Systems der Diesel-Ära war, dessen Berufung gegen den Corporate Governance Kodex verstieß, der die Aufklärung blockiert und für den nun sogar konzerninterne Altersgrenzen ausgehebelt werden, ist als oberster Kontrolleur von Europas größtem Automobilkonzern nicht länger tragbar.
Herr Pötsch, Sie haben alles dafür getan, den Diesel-Skandal in der Volkswagen AG organisatorisch nicht konsequent aufzuklären. Dazu gehört auch bis in die jüngste Vergangenheit die sprachliche Verharmlosung des Dieselskandal als „Diesel-Thematik“. Mit diesem Framing versuchen Sie, den weltweiten, systematischen Betrug an Umweltbehörden und Millionen Kunden sprachlich auf eine Stufe mit einer lästigen, rein technischen Detailfrage zu stellen und somit zu negieren. In den hochoffiziellen Finanzdokumenten der Volkswagen AG, für die Sie zunächst als Finanzvorstand und später als Aufsichtsratschef mitverantwortlich zeichneten, wurde der Begriff „Diesel-Thematik“ regelrecht institutionalisiert.
Im Interesse der Zukunftsfähigkeit von Volkswagen, des Vertrauens der Kapitalmärkte und zum Schutz der Minderheitsaktionäre fordern wir alle Aktionärinnen und Aktionäre auf: Stimmen Sie gegen die Wiederwahl von Hans Dieter Pötsch.
Nun komme ich zu meinen Fragen an Vorstand und Aufsichtsrat.
Ich beginne mit dem Themenkomplex „Falsche Modellpolitik“.
1. Warum verzögert sich die Markteinführung bezahlbarer Einstiegsmodelle, während gleichzeitig europäische Werke unterausgelastet sind? Es ist höchste Zeit, dass Modelle wie der ID. Polo oder der ID.1 endlich auf die Straße kommen. Warum priorisiert der Vorstand nicht konsequent die Serienproduktion kleiner, sparsamer E-Fahrzeuge „Made in Europe“, um die europäischen Werke gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch sinnvoll auszulasten und so Arbeitsplätze langfristig zu sichern?
2. Um den notwendigen Wandel hin zu kleiner und sparsamer Elektromobilität zu finanzieren, müssen die erwirtschafteten Finanzmittel zwingend im Unternehmen gehalten werden. Warum lassen Sie stattdessen vergleichsweise hohe Dividenden abfließen, die dann für die dringend benötigte Entwicklung und Produktion bezahlbarer europäischer E-Fahrzeuge fehlen?
3. Warum schwächen Sie den Standort Europa durch den Fokus auf China-Exporte und US-Kapazitäten, statt auf neue, zivile Mobilitätssegmente zu setzen?
4. Warum weitet der Vorstand die Modellpolitik nicht auf neue, sinnvolle Segmente wie moderne Fahrzeuge für den ÖPNV aus, um der weitreichenden sozialen und ökologischen Verantwortung in Deutschland und Europa gerecht zu werden?
Nun komme ich zu meinen Fragen zum VW-Werk in Osnabrück und Pläne über die Zusammenarbeit mit Rüstungsfirmen.
1. Es gibt Spekulationen über die Zukunft des Werks in Osnabrück. Medienberichten zufolge könnte die Fahrzeugproduktion dort Mitte 2027 auslaufen. Wie ist der aktuelle Stand der Planungen?
2. Zudem gibt es Berichte, wonach Volkswagen Produktionskapazitäten an Rüstungsunternehmen vergeben oder entsprechende Kooperationen eingehen könnte, um Standorte und Arbeitsplätze zu sichern. Treffen diese Berichte zu?
3. Welche Voraussetzungen müssten erfüllt sein, damit künftig auch Rüstungsgüter oder Komponenten für die Verteidigungsindustrie in Osnabrück produziert werden könnten? Verfügen die Beschäftigten überhaupt über die erforderlichen Qualifikationen, oder wären umfangreiche Weiterbildungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen notwendig?
4. Ursprünglich wurde auch ein Einstieg beziehungsweise eine Übernahme durch Rheinmetall diskutiert. Warum ist diese Option letztlich nicht zustande gekommen?
5. Führt Volkswagen neben Gesprächen mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie auch Verhandlungen mit zivilen Unternehmen über eine mögliche Nachnutzung des Standorts? Falls ja, mit welchen Branchen oder Unternehmen wird gesprochen?
6. Bis wann ist mit einer Entscheidung über die Zukunft des Werks zu rechnen?
7. Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter äußern Kritik an einer möglichen Ausrichtung auf die Rüstungsindustrie und stellen die Vereinbarkeit mit den Nachhaltigkeits- und Unternehmenswerten von Volkswagen infrage. Wie begegnen Sie dieser Kritik?
8. In diesem Zusammenhang wird auch über eine mögliche Zusammenarbeit mit der israelischen Rüstungsfirma Rafael berichtet. Wie bewertet Volkswagen eine Kooperation mit Unternehmen aus der Rüstungsbranche grundsätzlich?
9. Kritiker werfen dem Staat Israel schwere Menschenrechtsverletzungen im Gazastreifen vor. Gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu besteht seit November 2024 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs. Wie würde Volkswagen sicherstellen, dass mögliche Kooperationen mit Rüstungsunternehmen mit den eigenen Menschenrechts-, Compliance- und Nachhaltigkeitsstandards vereinbar sind?
10. Gibt es bei potenziellen Partnern aus der Verteidigungsindustrie besondere Prüfverfahren hinsichtlich Menschenrechten, Völkerrecht und ESG-Kriterien? Falls ja, wie sehen diese aus?
11. Derzeit erarbeiten Jule Heinz-Fischer und Dr. Hendrik Sander gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, ROBIN WOOD, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und dem Zukunftswerk Osnabrück eine Studie zur Konversion des Werks in einen Standort für die Produktion von Kleinbussen – mit einem zivilen und ökologischen Schwerpunkt. Erste Ergebnisse wurden Anfang Juni in Osnabrück vorgestellt. Ist Volkswagen diese Studie bekannt?
12. Wie bewerten Sie den Vorschlag, den Standort künftig für die Produktion von Kleinbussen oder anderen zivilen Mobilitätslösungen zu nutzen? Sehen Sie darin eine realistische Alternative zur Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Rüstungsindustrie?
13. Für den deutschen Vernichtungskrieg unter NS-Herrschaft lieferte VW der Wehrmacht Kampfflugzeuge, Minen und Flugbomben, die zudem von Zwangsarbeiter*innen hergestellt wurden.
Welche Konsequenzen zieht VW aus seiner Geschichte, auch für heutige Entscheidungen?
Herr Blume und Herr Pötsch, sorgen Sie umgehend dafür, dass die Baustelle Wolfsburg vom richtigen Personal geleitet wird und dass die richtigen Schritte für die notwendige Transformation im Unternehmen eingeletitet werden.







