
- Mercedes-Benz hat 650.000 Dollar für gewerkschaftsfeindliche Agitatoren in den USA ausgegeben – entgegen seinen eigenen Grundsätzen
- Was Mercedes in den USA tut, liefert eine Vorlage für Einschüchterung von Beschäftigten in Deutschland
- United Auto Workers (UAW) und der Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre fordern Verweigerung der Vorstandsentlastung
Auf der heutigen Hauptversammlung der Mercedes-Benz Group AG haben die UAW, eine der größten US-Gewerkschaften, und der Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre gemeinsam eine Frage an den CEO Källenius gestellt: Warum hat das Unternehmen nachweislich rund 650.000 US-Dollar in den USA für gewerkschaftsfeindliche Agitatoren ausgegeben – und wie verträgt sich das mit den eigenen Grundsätzen zur sozialen Verantwortung?
Die entsprechenden Unterlagen liegen der UAW und dem Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre vor.
Mercedes-Benz bekennt sich in seiner Grundsatzerklärung ausdrücklich zur Vereinigungsfreiheit, zur gewerkschaftlichen Organisation und zur Neutralität bei Organisierungsprozessen. Die Vorkommnisse im Werk Tuscaloosa Alabama, stehen dazu im direkten Widerspruch: verpflichtende Anti-Gewerkschaftsveranstaltungen, Repressalien gegen engagierte Beschäftigte sowie die Entlassung eines Gewerkschaftsunterstützers. Im März 2026 entschied sich Mercedes-Benz U.S. International Inc. (MBUSI) dafür, einen Vergleich zu schließen, anstatt sich einem Verfahren vor der NLRB zu stellen.
„Mercedes predigt Menschenrechte, hat aber mehr als eine halbe Million Dollar an mehrere gewerkschaftsfeindliche Beratungsfirmen gezahlt, um Beschäftigte daran zu hindern, in Alabama eine Gewerkschaft zu gründen“, sagte UAW-Präsident Shawn Fain. „Das ist kein Versehen. Es ist eine klare Entscheidung der Mercedes-Führung, den Arbeitnehmern eine Stimme zu verweigern.“
Zusätzlich laufen Ermittlungen der NLRB wegen weiterer Vorwürfe, darunter die unrechtmäßige Kündigung des führenden Gewerkschaftsunterstützers Jeremy Kimbrell. In Deutschland hat die UAW außerdem Beschwerde auf Grundlage des Lieferkettengesetzes eingereicht; das BAFA prüft.
Der Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre hat auf der heutigen Hauptversammlung beantragt, dem Vorstand die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025 zu verweigern. „Der Vorstand hat mit seinem Handeln wissentlich gegen die eigenen Grundsätze verstoßen und dafür Geld der Aktionäre eingesetzt. Wer so handelt, hat keine Entlastung verdient“, sagte Tilman Massa, Co-Geschäftsführer des Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre.
Källenius muss nun erklären, warum Geld ausgegeben wurde, um die Arbeitnehmer daran zu hindern, im Mercedes-Werk in Alabama eine Gewerkschaft zu gründen, und warum er bereit ist, die eigenen Grundsätze des Unternehmens aufzugeben.
Kontakt für Presseanfragen:
- Tilman Massa, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Tel. 0221/5995647, dachverband[at]kritischeaktionaere.de







