Anlässlich der morgigen Hauptversammlung von Siemens Healthineers kritisiert der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre die fortlaufende Nutzung von Kaninchenblut für die Herstellung von Antikörpern, obwohl tierversuchsfreie Verfahren zur Verfügung stehen.
Nachdem bereits 2022 Tierquälerei bei einem damaligen Zulieferbetrieb von Siemens Healthineers öffentlich wurde, deckte die Tierrechtsorganisation SOKO Tierschutz im September 2025 durch Undercover-Recherchen gravierende Missstände bei einem anderen Zulieferbetrieb auf (ARD-Bericht). Dort werden 3.000 bis 4.000 Kaninchen zur Antikörperproduktion für Siemens Healthineers unter grausamen Bedingungen gehalten.
Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz kritisiert: „Siemens Healthineers muss sich von diesem Betrieb trennen, der Tiere systematisch misshandelte, fahrlässig und verantwortungslos agiert und die Tiere weiterhin den brutalen Arbeitern ausliefert.“
Dr. Melanie Seiler, Geschäftsführerin Öffentlichkeitsarbeit von Ärzte gegen Tierversuche fordert: „Wir erwarten von Siemens Healthineers jetzt Transparenz, klare Meilensteine und einen verbindlichen Ausstiegsplan. Die wissenschaftlichen und technischen Voraussetzungen für tierversuchsfreie Antikörper sind vorhanden – was fehlt, ist der Wille zur Umsetzung.“ Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert in einer neuen Kampagne von Siemens Healthineers, vollständig auf tierfreie Antikörper-Verfahren umzusteigen.
Mala Deimann vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sagt: „Siemens Healthineers profitiert von einer Lieferkette, in der Tiere systematisch gequält werden, während das Unternehmen in seinen Berichten von Verantwortung und Nachhaltigkeit spricht. Das ist kein vereinbarer Zustand, sondern ein klarer Verstoß gegen Sorgfaltspflichten, welche die EU‑Tierversuchsrichtlinie einfordert.“
Auch bei der Vergütung des Vorstands sieht Vincent Kuhn vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre klare Defizite: „Dass nur ein Teil der langfristigen Vorstandsvergütung an Nachhaltigkeitsziele gekoppelt ist, während Scope‑3‑Emissionen und strukturelle Probleme in der Lieferkette kaum verankert sind, zeigt, dass Siemens Healthineers auf Symbolpolitik statt auf echte Anreize für Klima‑ und Tierschutz setzt.“
Der Dachverband fordert Siemens Healthineers auf, Tierschutz, Klimaschutz und Sorgfaltspflichten in der Lieferkette konsequent in die Unternehmensstrategie und das Vergütungssystem zu verankern.
Weitere Informationen:
- Gegenanträge des Dachverbands
- Tierfreie Verfahren zur Herstellung von Antikörpern: Barroso, J. et al. EURL ECVAM Recommendation on non-animal-derived antibodies; Publications office of the European Union, 2020
- Kampagne von Ärzte gegen Tierversuche „Siemens Healthineers lässt Kaninchen bluten. Tierversuchsfreie Methoden statt Tierleid.“
- ARD-Mediathek, FAKT: „Tierversuche in der Siemensforschung: Kaninchenblut für Antikörper“ 23.09.2025
Kontakt:
Tilman Massa, Co-Geschäftsführer Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre
Tel. 0221/599 56 47, dachverband[at]kritischeaktionaere.de








