Indigene Wangan und Jagalingou fordern Siemens auf, Vertrag mit Adani wegen Menschenrechtsverletzungen auszusetzen

  • Wangan and Jagalingou (W&J) widersprechen Joe Kaesers Aussage, sie hätten der geplanten Kohlemine von Adani zugestimmt
  • W&J-Rat fordert Nachweis, dass Siemens menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist
  • W&J-Sprecherin Murrawah Johnson spricht auf der Hauptversammlung am 5. Februar

Der Wangan and Jagalingou Council aus Australien fordert Siemens auf, den Vertrag mit Adani wegen Verstößen gegen Menschenrechte auszusetzen. In einer Pressemitteilung teilte der Rat mit, die Siemens AG zu einem Treffen aufgefordert zu haben. Sie fordern darin, nachzuweisen, dass Siemens beim Abschluss des Vertrags mit Adani die indigenen Rechte der First Nations gebührend berücksichtigt hat, und den Vertrag mit Adani auszusetzen.

Der Wangan and Jagalingou Council zeigt sich besonders besorgt über die Aussage von Siemens-Chef Joe Kaeser, der in seiner Begründung zum Festhalten an dem Vertrag mit Adani schriftlich mittgeteilt hatte, dass die geplante Kohlemine von den indigenen Wangan und Jagalingou genehmigt worden sei.

„Unsere Sprecher, Adrian Burragubba und Murrawah Johnson, haben den CEO und den Vorstand von Siemens schriftlich um ein Treffen gebeten, um auf unsere anhaltende Ablehnung der Adani-Mine aufmerksam zu machen und um zu zeigen, dass es keine freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) für das Projekt gibt. Das heißt, es gibt keine W&J-‚Genehmigung‘, die mit unseren Rechten nach internationalem Recht oder in Übereinstimmung mit unseren eigenen Gesetzen und Bräuchen steht“, stellt der Wangan and Jagalingou Council in seiner Pressemitteilung klar. „Es ist unbestreitbar, dass die von Adani gehaltenen Pachtverträge für den Bergbau von der Regierung des Bundesstaates Queensland ohne Zustimmung, Vereinbarung oder Autorität der W&J-Bevölkerung gewährt wurden, was einen klaren Verstoß gegen unsere FPIC-Rechte darstellt.“

Die W&J-Sprecherin Murrawah Johnson wird auf der Siemens-Hauptversammlung am 5. Februar sprechen und ihre Kritik und Forderung dem Vorstand, Aufsichtsrat und den Aktionär*innen direkt mitteilen. Sie wird dies auch mit Unterstützung des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionärinnen tun, der Johnson das Rederecht übertragen wird.

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre wird auf der Siemens-Hauptversammlung 641 Aktionär*innen mit 89.694 Aktien vertreten. Noch nie hat der Dachverband so viele Stimmrechtsübertragungen bei einer Siemens-Hauptversammlung erhalten wie für die diesjährige.

Pressekonferenz „Siemens: Raus aus der Kohle!“

wann: 4. Februar 2020 um 11 Uhr
wo: EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80, 80336 München

Für Fragen, Interviews und O-Töne stehen Ihnen vor Ort gerne zur Verfügung:

– Murrawah Johnson, Wangan and Jagalingou Council
– Dr. Lindsay Simpson, Autorin „Adani: Following Its Dirty Footsteps“
– Varsha Yajman, Australian School Strike for Climate
– Helena Marschall, Fridays for Future
– Lara Eckstein, Campact
– Lukas Schnermann, Extinction Rebellion Deutschland
– Aktivist*in, Antikapitalistisches Klimatreffen München

Gegenanträge des Dachverbands Kritische Aktionärinnen und Aktionäre zur Siemens-Hauptversammlung

Pressemitteilung des Wangan and Jagalingou (W&J) Council

Podiumsdiskussion zum Siemens-Adani-Projekt:
https://www.oeku-buero.de/details/stopadani-konzernkritik-am-limit.html

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