
Pressemitteilung zur Hauptversammlung der Thyssenkrupp AG am 30. Januar 2026
- Dividende und höhere Vorstandsvergütung bei Lohneinbußen der Belegschaft
- Arbeitsschutz-Desaster: 421 meldepflichtige Unfälle
- Indigene Gemeinschaft aus Mexiko wehrt sich gegen Ammoniak-Anlage von Uhde
Köln, 29.01.2025 – Während die Thyssenkrupp AG mitten in der Umstrukturierung steckt, der Umsatz weiterhin sinkt, Arbeitsplätze gestrichen werden und weiterer Stellenabbau droht, sind eine höhere Vorstandsvergütung und die Ausschüttung einer Dividende das falsche Signal. Deshalb wird der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre morgen auf der Hauptversammlung in Bochum Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns nicht entlasten.
„Für uns ist fraglich, ob Jindal Steel International aus Umweltsicht ein verlässlicher Partner für die grüne Stahltransformation ist“, sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. „2025 wurde Jindal in Indien wegen Umweltverstößen sanktioniert, und in Südafrika erhielt ein Bergbauprojekt keine staatliche Lizenz, weil es die Umweltauflagen nicht erfüllte. Auch in Bezug auf Compliance und Menschenrechte sehen wir Risiken. Jindal bezieht Eisenerz aus der Ngovayang-Mine in Kamerun, einem Hochrisikoland mit autoritären Strukturen und massiven Governance- und Korruptionsproblemen.“
„Erneut verfehlt die Thyssenkrupp AG ihre selbstgesteckten Ziele in SachenArbeitsschutz und verschlechtert sich in diesem Aspekt sogar im Vergleich zum Vorjahr“, erläutert Mala Deimann vom Dachverband. „Im Geschäftsjahr 2024/25 kam es bei Konzernbeschäftigten zu 421 meldepflichtigen Unfällen.“
„Die Vergütung des Vorstands steht in keinem Verhältnis zu Lohneinbußen der Belegschaft“, sagt Vincent Kuhn vom Dachverband. „Durch Entgeltverzichte ermöglichten die Arbeitnehmer*innen den Abschluss des Sanierungstarifvertrags. Gleichzeitig stieg das Gehalt von Konzernchef Miguel López gegenüber dem Vorjahr um 47 Prozent. Die Gehälter der Vorstandsmitglieder Volkmar Dinstuhl und Ilse Henne verdoppelten sich sogar.“
Vorbehalte gibt es gegen eine Ammoniak-Anlage, die der Engineering- und Technologieanbieter Thyssenkrupp Uhde in Sinaloa/Mexiko errichtet. „Das Projekt beeinträchtigt das Lagunensystem Santa María-Topolobampo-Ohuira und die Lebensgrundlage der indigenen Mayo-Yoreme-Fischergemeinden“, so Claudia Campero von der mexikanischen Nichtregierungsorganisation Conexiones Climáticas. „Seit über zehn Jahren protestieren diese Gemeinden gegen das Projekt, was zu direkten Bedrohungen und Gewalt gegen sie geführt hat. Sie befürchten, dass ein Chemieunfall schwerwiegende Folgen für ihr Leben und ihre Existenzgrundlage haben könnte, insbesondere für die Garnelen, die ihre Wirtschaft und Ernährung sichern. Elf UN-Sonderberichterstatter haben diese Bedenken geteilt.“
Gegenanträge des Dachverbands zur Hauptversammlung 2026: https://www.kritischeaktionaere.de/thyssenkrupp/dividene-und-boni-trotz-krise-und-entlassungen-unsere-gegenantraege/
Kontakt: Markus Dufner, Geschäftsführer Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre
Tel. 0221/599 56 47, dachverband@kritischeaktionaere.de








