TKMS-Schiffe in völkerrechtswidrige Konflikte involviert

  • Organisationen kritisieren riskante Lieferungen in Konflikt- und Kriegsgebiete
  • Transparenz zu Waffensystemen ohne menschliche Kontrolle gefordert

Zur ersten, virtuellen Hauptversammlung der TKMS AG am 27. Februar 2026 fordern die Organisationen Facing Finance, die Fondazione Finanza Etica und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre von dem Rüstungskonzern einen Lieferstopp an Staaten, die Völkerrecht und Menschenrechte missachten und entsprechende Richtlinien.

Saar 6 Korvetten von TKMS wurden nachweislich zum Beschuss von Gaza verwendet. Selbst 2024 und 2025, nach dem völkerrechtswidrigen Einsatz von TKMS-Korvetten in Gaza, hat TKMS die Rüstungsexporte fortgesetzt und weitere Komponenten für diese Korvetten nach Israel geliefert. „Einige institutionelle Investoren mit Investmentrichtlinien gegen Waffenlieferungen an Staaten, die systematisch internationales Recht brechen, haben TKMS daher von Investitionen ausgeschlossen“, sagt Luca Schiewe von Facing Finance. „Zudem ergeben sich hieraus rechtliche Risiken für TKMS da Gerichtsverfahren eingeleitet werden könnten gegen TKMS wegen Beihilfe zu Kriegsverbrechen der israelischen Armee.“

Auch in anderen Bereichen muss TKMS verantwortungsvoller handeln. „Wir sind besorgt über die mögliche Entwicklung autonomer Waffen durch TKMS und erwarten auf der Hauptversammlung präzise Antworten zum möglichen Einsatz von Technologien ohne wirksame menschliche Kontrolle“, erklärt Simone Siliani von der Fondazione Finanza Etica, Mitgründerin des europäischen Investoren-Netzwerks Shareholders for Change.

TKMS unterhält seit vielen Jahren enge Geschäftsbeziehungen zu Staaten, die in völkerrechtswidrige Kriege verwickelt sind, darunter die Türkei, Israel und vermutlich bald auch Indien. Diese Geschäfte werfen erhebliche menschenrechtliche sowie unternehmensethische Fragen auf. „Bei der derzeitigen Auftragslage in Deutschland und Europa sollte sich der Konzern erlauben können, auf Geschäftsbeziehungen mit Autokraten zu verzichten“, mahnt Vincent Kuhn vom Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre. „Waffenlieferungen in höchst risikobehaftete Gebiete verschärfen Konfliktpotentiale und sind der Friedenssicherung nicht förderlich.“

Unser Gegenantrag: https://www.kritischeaktionaere.de/tkms-ag/kein-ausschluss-von-ruestungsexporten-an-staaten-die-menschenrechte-verletzen-unser-gegenantrag/

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