
Anlässlich der morgigen Hauptversammlung von Uniper kritisieren die Organisationen urgewald, Deutsche Umwelthilfe und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre abgesenkte Klimaziele, die fortgesetzte Ausrichtung des Konzerns auf fossiles Gas sowie steigende Investitionen in LNG-Infrastruktur und neue Gaskraftwerke.
Trotz eigener Dekarbonisierungsziele baut Uniper sein fossiles Gasgeschäft weiter aus. Die Investitionen in den Gasbereich stiegen 2025 deutlich an, gleichzeitig wurden Klimaziele abgeschwächt und neue LNG-Lieferoptionen etwa aus den USA, Argentinien und Kanada verfolgt. Kritisiert werden dabei neben den hohen wirtschaftlichen Risiken insbesondere Umweltzerstörung, Fracking sowie Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferketten.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, sagt: „Trotz der sich dramatisch beschleunigenden Erderhitzung plant Uniper den Abschluss neuer LNG-Lieferverträge – mit gravierenden Folgen für Mensch und Natur in Argentinien, Kanada und den USA. Dabei haben deutsche Unternehmen bereits Lieferverträge im Umfang von über 440 Mrd. m3 LNG abgeschlossen, die teils bis 2049 laufen und allein ein Drittel des noch verbleibenden CO2-Budgets für Deutschland auffressen. Das hat mit Diversifizierung nichts mehr zu tun – die Versorgung mit fossilem Gas ist auf Jahre gesichert. In dieser Situation ist jeder neue LNG-Deal Sabotage an den Klimazielen. Wir fordern daher einen sofortigen Stopp neuer LNG-Lieferverträge. Uniper als Staatsunternehmen sehen wir in einer besonderen Verantwortung, auf die schönen Worte der eigenen Klimastrategie auch Taten folgen zu lassen und von neuen langfristigen fossilen Lieferverträgen abzusehen.“
Zudem plant Uniper neue fossile Gaskraftwerke mit einer Leistung von mindestens 3,6 Gigawatt. Die angekündigte „Wasserstofffähigkeit“ und mögliche CO₂-Abscheidungstechnologien seien jedoch weder ausreichend verfügbar noch wirtschaftlich tragfähig und drohten, den fossilen Lock-In über Jahrzehnte zu verlängern.
Moritz Leiner, Energie-Campaigner bei urgewald, sagt: „Schon jetzt lässt Uniper eine 1,5°C-kompatible Klimastrategie vermissen. Mit massiv steigenden Investitionen in fossiles Gas werden die Transformationsziele des Konzerns immer unglaubwürdiger. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung bei der anstehenden Reprivatisierung eine strategische Unternehmensbeteiligung hält. Um den Konzern zukunftsgerecht aufzustellen, muss die Bundesregierung darauf hinwirken, dass Uniper sein fossiles Gasgeschäft schnellstmöglich beendet.“
Auch die vorgeschlagene Dividendenausschüttung in Höhe von rund 300 Millionen Euro stößt auf Kritik. Angesichts eines negativen operativen Cashflows und des hohen Investitionsbedarfs für die Transformation des Unternehmens sei es nicht verantwortbar, erhebliche Mittel auszuschütten, statt für Investitionen zu nutzen.
„Die Dividende dient vor allem symbolischen sowie finanz- und privatisierungspolitischen Zwecken. Angesichts des hohen Investitionsbedarfs und der weiterhin erheblichen Risiken hätte Uniper die langfristige Stabilität und Transformation des Unternehmens stärker in den Mittelpunkt stellen müssen“, kritisiert Matthias Bachmann vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.
Die Organisationen fordern von Uniper einen verbindlichen Ausstiegspfad aus fossilem Gas, einen konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien sowie eine Unternehmensstrategie, die Klima-, Umwelt- und Versorgungssicherheit tatsächlich zusammenführt.
Gegenanträge des Dachverbands:
https://www.kritischeaktionaere.de/uniper/noch-mehr-teures-unsicheres-fossiles-gas-unsere-gegenantraege/
Kontakte:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutsche Umwelthilfe
0160 90354509, mueller-kraenner[at]duh.de
Moritz Leiner, Campaigner Energie und Finanzen, urgewald, moritz.leiner[at]urgewald.org, +49 157 32824032
Tilman Massa, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, dachverband[at]kritischeaktionaere.de, Telefon: 0221 599 56 47, Mobil: 0173 713 52 37







