Kategorie: Hauptversammlung 2024

Fehlende gesamtgesellschaftliche Verantwortung

Fazit der EnBW-Hauptversammlung 2024 von Harry Block

Die Hauptversammlung der EnBW ist für alle Beteiligte ein schwieriges Feld, das durch die computergestützte Online-Veranstaltung noch erschwert wird. Die kritischen Aktionäre üben Kritik und stellen unangenehme Fragen. Die Vorstände der EnBW wollen ihre Firma im guten Licht darstellen und ihrer ´Strategie´ der Transformation in ein nachhaltiges, regeneratives Energieunternehmen nicht durch Eingestehen von strategischen Fehlern schaden. Dabei können sie auch wenig auf die gegenwärtige Politik in Stuttgart und Berlin hoffen. Die Fuel-Switch-Strategie – Stilllegung von Kohle und Ersatz durch zunächst fossiles Gas – funktioniert nicht reibungslos, weil die vom Wirtschaftsminister zugesagten Millionen Euro Unterstützungen für die für die drei neuen wasserstofftauglichen Gaskraftwerke in BW ausstehen. Weiterlesen

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„Bürostühle oder Landraub – wo sind Ihre Menschenrechtsrisiken?“: Rede von Tilman Massa

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat,

mein Name ist Tilman Massa, ich spreche für den Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Mit den uns übertragenen Stimmrechten fordern wir von der Allianz deutliche effektivere Maßnahmen gegen die Klimakrise sowie für den Schutz von Umwelt und Menschenrechten ein.

Wir werden Sie, den Vorstand, auch dieses Jahr nicht entlasten. Sie kommen weiterhin nicht hinreichend Ihrer Verantwortung nach, wirksamere Maßnahmen für den Schutz von Klima und Menschenrechten umzusetzen. Wir haben dies in unserem Gegenantrag ausführlich begründet, den ich hiermit auch formal stelle.

Menschenrechte: Neue Grundsatzerklärung ist ein Rückschritt

Die neue Grundsatzerklärung der Allianz zur Einhaltung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten ist ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem eigentlich für die Allianz geltenden „Sustainability Integration Framework“. Weiterlesen

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Mercedes-Benz ist „der gute Stern“ abhandengekommen

Pressemitteilung zur virtuellen Hauptversammlung am 8. Mai 2024

  • Kritik an Luxusstrategie des Konzerns
  • Statt hoher Dividende mehr Investitionen in Klimaschutz und Elektromobilität
  • Konflikte mit dem Lieferkettengesetz in China
  • Gewerkschaftsfeindlich Kampagne von Mercedes-Benz in Alabama/USA

Köln/Stuttgart – Auf der heutigen virtuellen Hauptversammlung AG konfrontiert der Dachverband der Kritischen Aktionäre die Mercedes-Benz Group mit vielen Vorwürfen, verweigert dem Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung und fordert eine Absenkung der Dividende von 5,30 Euro je Aktie auf 10 Cent.

„Früher einmal warb die Daimler-Benz AG mal mit dem Slogan ´Ihr guter Stern auf allen Straßen´“, sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands. „Aber in den letzten Jahren ist dem Unternehmen der gute Stern abhandengekommen. Weiterlesen

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„Todesdrohungen an Personen, die sich gegen den Kohleabbau in Kolumbien einsetzen“: Rede von Verena Lasso Mena, TU Darmstadt

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat,

mein Name ist Verena Lasso Mena und ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Darmstadt am Institut für Politikwissenschaft und in meiner Promotion beschäftige ich mich mit kausalen Prozessen politischer Gewalt in Extraktionskontexten natürlicher Ressourcen.

Ich werde meinen Beitrag in 3 Punkte strukturieren: 1) Zu Beginn gehe ich auf den allgemeinen Extraktionskontext von Kohle und politischer Gewalt ausgehend von meiner Forschung in Nordkolumbien ein, 2) Im zweiten Punkt werde ich dieses Panorama in den deutschen und damit auch in den Kontext von EnBW einordnen, 3) Und abschließend werde ich die Punkte in den Kontext des auf der UN-Klimakonferenz in Dubai beschlossenen globalen Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen einbetten. Weiterlesen

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„Ziehen Sie Konsequenzen aus zahlreichen Problemen von LNG-Infrastruktur?“: Rede von Regine Richter, urgewald

Sehr geehrter Herr Leue, Herr Haas, sehr geehrter Vorstand, Aufsichtsrat und sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

mein Name ist Regine Richter, ich arbeite bei der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald und habe Stimmrechte vom Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre erhalten.

Bei urgewald treibt uns besonders die Klimakrise um und welche Rolle Versicherungen bei ihrer Bekämpfung spielen können. Zu dem Themenkomplex und Menschenrechten habe ich eine Reihe von Fragen.

1) Seit letztem Jahr haben Sie eine neue Öl- und Gasrichtlinie, die wir sehr begrüßen, weil sie die Versicherung neuer Öl- und Gasfelder ausschließt. Im Ölbereich gibt es zudem weitere Ausschlüsse. Es gibt jedoch die Ausnahme, dass in sehr kohleabhängigen Ländern doch neue Gasfelder abgesichert werden können. Weiterlesen

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„Irreführende CO2-Neutralitätsversprechen und Greenwashing“: Rede von Liva Schäfer

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Vorstand und Aufsichtsrat,

ich bin Liva Schäfer und spreche für den Dachverband der Kritischen Aktionär*innen. Ich nehme Bezug auf unsere Gegenanträge, die ich hiermit auch formal stelle.

Ihre absoluten CO₂-Emissionen aus der Verbrennung von Flugkraftstoff durch Lufthansa-Flugzeuge im Jahr 2023 haben gegenüber 2022 um 16 Prozent auf nun 26,8 Millionen Tonnen zugenommen. Zudem blieb im Geschäftsjahr 2023 der „Effizienzgewinn hinter den Erwartungen zurück“, wie Sie selbst im Geschäftsbericht 2023 schreiben. Trotz ambitionierter Klimaschutzziele sind Sie weiterhin hauptsächlich auf fossile Kraftstoffe angewiesen.

  • Für wie realistisch halten Sie es, angesichts der begrenzten Verfügbarkeit nachhaltiger Treibstoffe, den Anteil nachhaltiger Flugkraftstoffe bei Lufthansa-Flügen bis 2045 um 42 Prozent zu erhöhen, wie es das EU-Richtlinienpaket „Fit for 55“ vorsieht?
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EnBW: Weiterhin Blutkohle aus Kolumbien

  • EnBW in Verantwortung für sozialökologisch gerechten und menschenrechtskonformen Kohleausstieg entlang der Lieferketten
  • Fossiler „Fuel Switch“: EnBW auch bei Gas ohne Blick für Menschenrechtsrisiken
  • Kritische Redebeiträge auf virtueller Hauptversammlung

Anlässlich der heutigen Hauptversammlung der EnBW kritisieren die Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen Free Bruno, kolko – Menschenrechte für Kolumbien, FIAN Deutschland und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre die anhaltende Ausrichtung des Energiekonzerns auf fossile Energieträger. Sie fordern von dem neuen Vorstandsvorsitzenden Georg Stamatelopoulos wirksamere Maßnahmen für den Klimaschutz und effektive Erfüllung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten, insbesondere entlang der fossilen Steinkohle- und Gaslieferketten.

Auch 2023 hat EnBW über eine Million Tonnen Steinkohle aus Kolumbien bezogen, mehr als aus anderen Ländern. Weiterlesen

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Lohndiebstahl in der Lieferkette und Unterdrückung von Gewerkschaftsarbeit

Gegenanträge des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre
zur Hauptversammlung der Adidas AG am 16.05.2024

Protest mit der Kampagne für Saubere Kleidung auf der Adidas-Hauptversammlung 2023 in Fürth

Zu TOP 2: Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, die von der Verwaltung vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns abzulehnen.

Begründung:

Die vorgeschlagene Dividende von 0,70 Euro pro dividendenberechtigter Stückaktie ist zu hoch. Daher fordert der Dachverband, dass anstatt der Ausschüttung der Dividende ein größerer Teil des Bilanzgewinns für umfassende Maßnahmen verwendet wird, um strukturelle Probleme in der Lieferkette von Adidas anzugehen und grundlegende Arbeitsrechte und Sozialstandards umzusetzen. Weiterlesen

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