Protest gegen Thyssenkrupp-Megaprojekt

Nichtregierungsorganisationen fordern konsequentes Umlenken des Konzerns

  • Stahlwerk in Brasilien: Geschädigte Anwohner/innen schützen und entschädigen!
  • Waffenexporte an Krisenstaaten: Menschenrechte ernst nehmen!
  • Aufzugstestturm in Rottweil: Bürgerinteressen achten!

ThyssenKrupp muss endlich Verantwortung für die Konsequenzen seiner Großprojekte übernehmen. Das fordert ein Bündnis von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen anlässlich der Hauptversammlung des Essener Stahl- und Rüstungskonzerns am 30. Januar. Im Fokus der Kritik stehen die gravierenden negativen Folgen mehrerer Investitionen des Konzerns.

Das TKCSA-Stahlwerk in Brasilien hat auch vier Jahre nach Inbetriebnahme keine Betriebsgenehmigung. „ThyssenKrupp hat es bis heute nicht vermocht, die dringend eingeforderten Auflagen umzusetzen“, konstatiert Marcos da Costa Melo von der Organisation KoBra – Kooperation Brasilien, die die Situation der Betroffenen vor Ort in Brasilien seit Jahren eng begleitet. Weiterlesen

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Siemens: Profite vor Menschenrechten

Deutscher Technologiekonzern wird auf seiner Jahreshauptversammlung mit Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika konfrontiert

München, Deutschland – Dutzende Aktivist/-innen und Menschenrechtler/-innen einer Koalition deutscher und internationaler Organisationen fanden sich heute vor der Olympiahalle in München bei der Hauptversammlung der Aktionär/-innen von Siemens ein, um gegen die Verwicklung des Unternehmens in Menschenrechtsverletzungen in Brasilien, Honduras und Mexiko zu protestieren. Anhand zahlreicher Beispiele kritisieren Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die Mitverantwortung von Siemens an Menschenrechtsvergehen bei umstrittenen Projekten, die der deutsche Technikkonzern beliefert, obwohl sie erwiesenermaßen gegen zahlreiche internationale Rechtsstandards verstoßen und in deren Umfeld Aktivist/-innen bedroht und ermordet wurden.

Einer der streitbarsten Gegenanträge auf der Hauptversammlung war die Rede über Siemens Beteiligung am umstrittenen Mega-Staudamm-Projekt Belo Monte, das derzeit im brasilianischen Regenwald gebaut wird. Weiterlesen

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Rede David Vollrath

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands und Aufsichtsrats,

sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

mein Name ist David Vollrath. Ich spreche für die Initiative GegenStrömung und das Belo-Monte -Netzwerk, ein Zusammenschluss von ca. 20 Organisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Umweltschutz und Entwicklungspolitik. Wir setzen uns für ein menschenrechtskonformes Handeln von Unternehmen ein.

Ich stehe heute hier, weil sich das Unternehmen Siemens über ein Joint Venture mit Voith-Hydro an einem „illegalen Projekt“ beteiligt. Denn Siemens und Voith-Hydro liefern Turbinen für den Belo-Monte-Staudamm bei der Stadt Altamira am Fluss Xingu im brasilianischen Amazonasgebiet. „Alle BrasilianerInnen wissen heute dank Internet-Kommunikation, dass der Belo-Monte-Staudammbau illegal ist, unnötig und im Hinblick auf die Umwelt katastrophal.“, sagte der Staatsanwalt von Altamira, Felicio Pontes, bei einem Treffen mit EU-Abgeordneten im Juli 2013. Weiterlesen

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Rede Daniel Tapia Montejo

„Dort stehen dreißig und noch mehr ungeheure Riesen! ich werde ihnen entgegenreiten, und mit ihnen kämpfen auf Leben und Tod!“ – „Wenn das Riesen sind!“ erwiderte Sancho Pansa, – so will ich in meinem eigenen Fett gebraten werden! Es sind nur unschuldige Windmühlen!“

Miguel der Cervantes, Don Quixote.

Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben einige Bemerkungen zum Engagement von Siemens an fünf Windenergie-Projekten auf dem Isthmus von Tehuantepec in Südmexiko.

Siemens macht dort die Vernetzung der Anlagen, sowie den Bau von zwei Umspannwerken. Vor etwa drei Jahren begleitete ich die Menschenrechtsverteidigerin Bettina Cruz aus Juchitan, Mexiko auf einer Rundreise durch die Bundesrepublik. Weiterlesen

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Rede Christian Russau

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Brasilien wurde im Dezember 2014 der Abschlussbericht der Nationalen Wahrheitskommission veröffentlicht, der die Menschenrechtsverbrechen der brasilianischen Militärdiktatur von 1964-1985 untersuchte. Und laut diesem Abschlussbericht war neben anderen Firmen auch Siemens in die brasilianische Militärdiktatur verstrickt. Laut dem Abschlussbericht (Vol.II, S.320) hat auch Siemens Brasilien das Folterzentrum Operação Bandeirantes (Oban) von 1969 bis Mitte der 1970er Jahre, dem Höhepunkt des staatlichen Terrors und Folterns in Brasilien, finanziell unterstützt. Laut neuesten Untersuchungen wurden im Oban, das ab 1970 DOI-CODI hieß, 66 Menschen ermordet, 39 von diesen starben dort unter den entsetzlichen Qualen der Folter. Von weiteren 19 Menschen stammt ihr letztes Lebenszeichen, dass sie verhaftet und ins DOI-CODI verbracht wurden. Weiterlesen

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Rede Andrea Lammers

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielleicht sind Sie auch schon ein wenig ermattet, vom Mittagessen oder von den zahlreichen Redebeträgen, die wir heute schon gehört haben. Deshalb möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte vom Glück erzählen. Vor wenigen Wochen war ich in Zentralamerika, im westlichen Hochland von Honduras. Und dort, in der Region Río Blanco, habe ich mit eigenen Augen und Ohren und Händen und Füssen erfahren, was Glück ist: Glück ist, wenn man in einem kargen Bergdorf am Hang wohnt und noch über Ländereien im Tal verfügt. Glück sind die fetten, schwarzen Schwemmlandböden am Rio Gualcarque. Pures Glück ist, wenn die grünen Maispflanzen anfangen aus der Erde zu sprießen. Weiterlesen

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